Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzisoliererin

Mein Name ist Danara Bieniek. Ich bin 21 Jahre alt und absolviere mein zweites Lehrjahr als Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzisoliererin – kurz WKSB-Isoliererin – bei der Mummert Isoliertechnik Lübbenau GmbH u. Co.KG im schönen Spreewald. Zusätzlich zu meinem Ausbildungsunternehmen findet die praktische Ausbildung am Überbetrieblichen Ausbildungszentrum ÜAZ der Bauwirtschaft in Brandenburg an der Havel statt. Für den theoretischen Teil besuche ich das Oberstufenzentrum Reichstein, ebenfalls in Brandenburg an der Havel.

Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzisoliererin

© Zukunftstag Brandenburg

Wie bist du auf deinen Beruf aufmerksam geworden?
Ich hatte eine Ausbildung zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen begonnen, merkte aber schnell, dass das nicht zu mir passt. Dann habe ich mich im Internet über verschiedene handwerkliche Berufe informiert und bin dabei auf den Beruf der Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzisoliererin gestoßen. Vorher kannte ich dieses Spezialgebiet „Isoliertechnik“ im Baugewerbe gar nicht.
Die Aufgaben fand ich spannend und ich habe einen zukunftsfähigen Beruf gefunden, bei dem Umwelt und Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle spielen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
Morgens um 6.30 Uhr treffen wir uns im Betrieb. Dann fahren wir im Zweier-Team oder alle zusammen, zurzeit sind wir fünf Beschäftigte im Unternehmen, zur Baustelle. Je nachdem welche Aufgaben uns vor Ort erwarten und wie umfangreich die Arbeiten sind.
Wir sind den ganzen Tag auf der Baustelle. Meistens frühstücken wir dort zusammen, Mittagessen gibt’s natürlich auch. Gegen 16 Uhr ist dann Feierabend und wir fahren zurück zum Betrieb. Dort wird dann das Auto für den nächsten Tag vorbereitet, bevor alle in den Feierabend gehen.

Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzisoliererin bei der Arbeit

© Zukunftstag Brandenburg

Was gefällt dir an deiner Ausbildung besonders gut?
Ich mag die Vielfalt. Schon im ersten Lehrjahr haben wir im Überbetrieblichen Ausbildungszentrum ÜAZ in die anderen Baugewerke reingeschnuppert. Ich war bei den Fliesenlegern, Trockenbauern, Maurern, Gerüstbauern und so weiter. Mit allen haben wir zu tun. Dabei arbeiten wir überwiegend hinter den Kulissen. Schallschutz für Industrieanlagen oder Leitungen, die isoliert werden müssen, sind immer dort, wo sie keiner sieht. So kommen wir an Orte, die nicht jeder zu sehen bekommt.

Was sind die wichtigsten Tätigkeiten in deinem Beruf?
Viele einzelne Arbeitsschritte sind wichtig, damit eine Isolierung am Ende ihren Zweck erfüllt. Einerseits müssen die passenden Dämmstoffe und Bauteile, zum Beispiel Rohleitungen oder Trichter mit Kautschukisolierung, für das jeweilige Bauprojekt ausgewählt und genau berechnet werden. Genauso exakt müssen sie dann zugeschnitten und bearbeitet werden, damit sie für die Anlage oder das Gebäude passen. Alles muss ineinandergreifen, das macht es spannend.

Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzisoliererin

© Zukunftstag Brandenburg

Welche Voraussetzungen gibt es für den Beruf / die Berufsausbildung?
Menschen mit handwerklichem Geschick, räumlichem Vorstellungsvermögen und Interesse an Mathematik und Physik sind hier gut aufgehoben. Außerdem sollte man anpacken können und die Abwechslung mögen. Denn bei uns ist kein Auftrag wie der andere. Wir sind im ganzen Bundesland unterwegs. Mal arbeiten wir drinnen, zum Beispiel in einem Heizraum bei 40 Grad, mal draußen in zehn Metern Höhe auf einem Silodach.

Gibt es etwas, das du an deinem Beruf nicht magst?
Eigentlich nicht. Grundsätzlich sind mir die Arbeiten am Boden aber lieber als in der Höhe. Manchmal ist es auch schwierig an Rohrleitungen in bestehenden Gebäuden überhaupt ranzukommen. Da muss man sich dann ganz schön verbiegen, aber zusammen kommen wir in jede Ecke.

Würdest du den Beruf weiterempfehlen, zum Beispiel Freundinnen und Freunden?
Auf jeden Fall! Isoliererinnen und Isolierer sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und werden überall gebraucht. Gebäude, Anlagen, Fahrzeuge und Schiffe werden gegen Wärme, Kälte, Schall und Feuer gedämmt. Wer sein Handwerk für umweltschonendes und energiebewusstes Bauen einsetzen möchte, ist hier genau richtig.