Polizeikommissaranwärterin für den gehobenen Dienst

Ich heiße Antonia Cieslak und bin 22 Jahre alt. Vor drei Jahren habe ich das Bachelorstudium für den gehobenen Dienst im Polizeivollzugsdienst an der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg begonnen, das ich in wenigen Tagen abschließen werde. Im April geht es dann schon los und ich fange als Polizeikommissarin bei der Schutzpolizei in Brandenburg an der Havel an.

Polizeikommissaranwärterin für den gehobenen Dienst

© Zukunftstag Brandenburg

Wie bist du auf deinen Beruf aufmerksam geworden?
Ich bin über Freunde auf das Studium bei der Polizei aufmerksam geworden. Sie hatten an der Fachhochschule bereits studiert und über ihre Erfahrungen berichtet. Das fand ich total spannend und ließ mich nicht mehr los. Ich habe mich auch über andere Berufe informiert, bei Berufsmessen zum Beispiel, aber nichts hat mich so begeistert wie der Polizeiberuf. Beim Einstellungsverfahren wusste ich: Das ist es.

Was war dein Traumberuf?
Ich hatte die Vorstellung, dass ich einmal Krankenschwester oder Sanitäterin werde, da ich kein Problem damit hatte, Blut zu sehen oder Verletzte zu behandeln. Während der Schulzeit habe ich ein vierwöchiges Praktikum in einem Krankenhaus gemacht und festgestellt, dass ich auch mit dem Schichtdienst sehr gut klar komme. Letztlich hat mich der Polizeiberuf dann mehr gereizt. Er erschien mir vielfältiger und mir gefällt es unterwegs zu sein.

Was findest du an deinem Beruf besonders spannend?
Ich finde es besonders toll, dass man morgens aufsteht und nicht weiß, was einen erwartet. Bekomme ich es heute mit Verkehrsunfällen, Körperverletzung oder Ruhestörung zu tun – diese Abwechslung mag ich. Jede Situation ist anders und es braucht Mut, um sich darauf einzulassen. Manchmal muss man über seine Grenzen gehen.
Einen typischen Arbeitsalltag gibt es demnach nicht. Aber wir greifen in den jeweiligen Situationen auf Gelerntes zurück, das gibt Sicherheit und ist Voraussetzung für professionelles Handeln.

Polizeikommissaranwärterin für den gehobenen Dienst bei der Arbeit

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Inwieweit hat dich dein Studium und deine Erfahrung im Polizeidienst geprägt?
Ich bin definitiv in diesen drei Jahren viel erwachsener geworden. Das liegt sicherlich daran, dass man viel über die Gesellschaft in der wir leben, sowohl theoretisch als auch in der Praxis, erfährt. Als Polizistin treffe ich auf Personen jeden Alters und aus allen Teilen der Bevölkerung, in den unterschiedlichsten, meist nicht alltäglichen, Situationen. Das prägt eine Persönlichkeit. Ich bin daran gewachsen, bin selbstbewusster und belastbarer geworden.
Zu Beginn der Ausbildung war ich noch zurückhaltender und sprach nicht gerne vor größeren Gruppen. Heute macht es mir Spaß, eine Gruppe anzuleiten und Verantwortung zu übernehmen.

Welche Voraussetzungen gibt es für den Beruf / die Berufsausbildung?
Meiner Meinung nach sind es vor allem bestimmte Charaktereigenschaften, die im Polizeidienst hilfreich sein können. Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist Teamfähigkeit, denn der Polizeiberuf ist Teamarbeit. Im Dienst muss sich jeder auf den anderen verlassen können. Wir arbeiten Hand in Hand, egal, ob wir privat vielleicht auf verschiedenen Wellenlängen unterwegs sind. Diese Verlässlichkeit und diesen Zusammenhalt unter so vielen Kolleginnen und Kollegen finde ich außergewöhnlich.
Daneben ist der Beruf nicht nur körperlich, sondern auch mental anspruchsvoll, denn man muss sich täglich auf die unterschiedlichsten Situationen und Personen einstellen und dabei überzeugend auftreten. Hier sind Flexibilität, Verantwortungsbewusstsein und Durchsetzungsvermögen gefragt.

Polizeikommissaranwärterin für den gehobenen Dienst im Fahrzeug

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Gibt es etwas, das du an deiner Ausbildung nicht magst?
Eigentlich nicht. Wir behandeln in den 18 verschiedenen Studienmodulen ganz unterschiedliche Themen. Da gibt es dann, gerade bei der fachtheoretischen Ausbildung, auch solche, die einem mehr oder eben auch weniger liegen. Verkehrsrecht fand ich im 4. Semester beispielsweise nicht so aufregend, dagegen finde ich Strafrecht richtig spannend.

Wo siehst du deine berufliche Zukunft bei der Polizei?
Jetzt möchte ich erst einmal ein paar Jahre Erfahrung im Wach- und Wechseldienst sammeln. Später kann ich mir vorstellen in den Presse- und Medienbereich zu wechseln. Dieser Bereich hat mich schon während des Studiums interessiert und ich habe die Möglichkeit genutzt, das Thema im Wahlpflichtmodul „Polizei und Medien“ zu vertiefen.

Würdest du den Beruf weiterempfehlen, zum Beispiel Freundinnen und Freunden?
Auf jeden Fall! Ich glaube, es gibt kaum einen spannenderen Beruf, der so vielfältig ist. Zudem kann man sich im Laufe seiner Karriere in ganz verschiedenen Bereichen weiterbilden und spezialisieren.

Polizeikommissaranwärterin für den gehobenen Dienst

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