Pharmazeutisch-technischer Assistent

© Stefanie Johannsen

Ich heiße Franz Amrei und bin 21 Jahre alt. Vor fast einem Jahr habe ich meine Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) abgeschlossen. Seitdem arbeite ich bei meinem ehemaligen Praktikumsbetrieb, der Brunnen Apotheke, am Marktplatz in Bad Freienwalde.

Wie bist du auf deinen Beruf aufmerksam geworden?

Ich habe mich im Internet über Berufe informiert und bin dabei auf das Selbsterkundungstool der Bundesagentur für Arbeit gestoßen. Als Ergebnis des Tests wurden mir die Ausbildungsberufe Bankkaufmann und PTA empfohlen. Als wir dann während der 9. und 10. Klasse die Möglichkeit hatten, ein Schülerbetriebspraktikum zu machen, war ich zunächst bei der Sparkasse. Das war interessant, aber nicht so richtig meins. Ein Jahr später habe ich dann bei der Brunnen Apotheke für ein Praktikum angefragt und wurde gerne aufgenommen. Das war das Beste, was mir passieren konnte. Nach dem Praktikum bekam ich die Möglichkeit, in der Apotheke während der Ferien auszuhelfen. Es verlief kein Tag wie der andere und es gefiel mir, Menschen mit der Ausgabe von Arznei- und Hilfsmitteln zu helfen. Danach war klar, dass ich die Ausbildung zum PTA machen möchte.

Wie verläuft die Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten? 

Im Gegensatz zu klassischen dualen Ausbildungsberufen, bei denen der Beruf an zwei Ausbildungsorten erlernt wird – der Berufsschule einerseits und dem Ausbildungsbetrieb andererseits – ist die Ausbildung als PTA eine schulische Ausbildung, die insgesamt zweieinhalb Jahre dauert. Das heißt, in den ersten zwei Jahren findet die Ausbildung fast ausschließlich in einer Berufsfachschule statt, wo Fächer wie Arzneimittelkunde mit Anatomie, Chemie, Galenische Übungen (Herstellung von Arzneimitteln), Fachrechnen, Botanik und Drogenkunde auf dem Stundenplan stehen. Während meiner Schulzeit an der Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe in Eisenhüttenstadt erhielt ich keine Ausbildungsvergütung, aber ich hatte in den zwei Jahren finanzielle Unterstützung durch das Schüler Bafög.

Nach dem ersten Ausbildungsjahr habe ich dann das vierwöchige Apothekenpraktikum in Eisenhüttenstadt gemacht. Im Anschluss an die Schulzeit, nach bestandener theoretischer und laborpraktischer Prüfung, folgt das sechsmonatige Pflichtpraktikum in einer freien öffentlichen Apotheke oder Krankenhausapotheke. Mit erfolgreicher Prüfung im Fach „Apothekenpraxis“ hat man dann den Berufsabschluss in der Tasche.

© Stefanie Johannsen

Was gefällt dir an deinem Beruf besonders gut?

Ich mag den Kundenkontakt. Daher kamen für mich die Pharmaindustrie oder Krankenhausapotheke als mögliche Arbeitgeber erst einmal nicht in Frage, dort ist man nicht so nahe am Patienten. Neben dem direkten Umgang mit unseren Kunden arbeite ich auch gerne konzentriert im Labor beim Anfertigen von Rezepturen. Meine Lieblingsfächer waren Chemie und Biologie, ich hantiere also gerne mit speziellen Ausgangsstoffen und stelle Arzneimittel her.

Toll finde ich außerdem, dass ich nach drei Jahren Berufspraxis die Möglichkeit habe, Pharmazie zu studieren und Apotheker zu werden – auch ohne Abitur.

Welche Voraussetzungen gibt es für den Beruf / die Berufsausbildung?

Für die Berufsausbildung benötigt man mindestens einen mittleren Schulabschluss, also mittlere Reife, Fachoberschulreife oder Sekundar- bzw. Realschulabschluss. Spezielle Vorkenntnisse in einzelnen Fächern sind nicht notwendig, aber Chemie, Biologie und Mathe sollten einem liegen. Bei der Arbeit sind dann vor allem Sorgfalt, Genauigkeit und Fingerspitzengefühl gefragt – sowohl gegenüber den Kunden als auch im Labor.

© Stefanie Johannsen

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Die Arbeitszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten der Apotheke. Bei uns beginnt der Tag kurz vor 8.00 Uhr, bevor wir die Apotheke öffnen, und endet meist mit der Schließzeit um ca. 18.30 Uhr. Zwischendrin ist immer eine Menge los. Es kommen zahlreiche Kunden in die Apotheke, die mal nach gängigen Salben oder rezeptfreien Nahrungsergänzungsmitteln fragen oder aber eine spezielle Rezeptur in Auftrag geben. Diese Mischung mag ich. Wenn einem der Trubel beim Kundenkontakt zu viel wird, zieht man sich ins Labor zurück und fertigt Salben oder spezielle Lösungen an.

Gibt es etwas, das du an deinem Beruf nicht magst?

Da fällt mir auch nach langem Überlegen nichts ein.

Würdest du den Beruf weiterempfehlen, zum Beispiel Freund/-innen?

Klar! PTAs werden in unterschiedlichen Branchen gesucht, denn der Gesundheitssektor wächst und die Ausgaben für Arznei- und Heilmittel steigen. Neben der/dem Apotheker/-in sind sie als einzige befugt, Arzneimittel auszugeben, gesundheitlich zu beraten und Wirkstoffe herzustellen.

Wer aufgeschlossen und kontaktfreudig ist, Verständnis für gesundheitliche Probleme hat und gerne mit Menschen umgeht, kann einen zukunftsfähigen Beruf mit viel Verantwortung erlernen.