Glas- und Gebäudereiniger/in

Ich bin Kevin Boßmann und habe meine Ausbildung zum Glas- und Gebäudereiniger bei der Platz GmbH in Eberswalde absolviert.

Wie bist du auf diese Ausbildung aufmerksam geworden?

Als ich mit der Schule fertig war, wusste ich zunächst nicht so recht, wie es weitergehen soll und bin orientierungslos gewesen. Bekannte aus dem Familienkreis, die in dem Bereich tätig sind, haben mich dann auf die Ausbildung aufmerksam gemacht.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag in deinem Betrieb aus?

Das ist immer sehr unterschiedlich. Je nach Auftrag oder Termin muss man die passende Ausrüstung und Technik zusammenstellen und dann zu den einzelnen Kunden fahren. Das können regelmäßige Aufträge sein wie z.B. das Reinigen von öffentlichen Gebäuden, von Fenstern oder Fassaden. Oft gibt es aber auch Spezialaufträge wie das Entfernen von Graffitis, Hausmeisterdienste oder mal eine Hecke schneiden und Rasen mähen.

Welche sind die wichtigsten Tätigkeiten?

Unwichtige Tätigkeiten gibt es nicht. Wir haben viele Aufträge und da muss man von einem Kunden zum nächsten. Wichtig ist dabei natürlich die Planung, also zu wissen wann und wo etwas getan werden muss, um wie viele Quadratmeter Reinigungsfläche es sich handelt und welche technische Ausrüstung benötigt wird. Hierfür gibt es vorher einen Termin, um das Aufmaß zu nehmen. Später müssen dann regelmäßige und spezielle Aufträge mit der Personalplanung verbunden werden.

Was findest du spannend an deinem Beruf.

Das schöne an dem Beruf ist die Abwechslung. Es gibt immer andere Kunden und unterschiedliche Aufträge. Außerdem arbeitet man viel an der frischen Luft, das ist besonders schön bei gutem Wetter z.B. in den Ferien, wenn man in Schulen arbeitet. Aber auch im Winter ist es schön früh morgens als Winterdienst durch die verschneiten Straßen zu fahren. Außerdem arbeitet man hin- und wieder an interessanten Orten oder denkmalgeschützten Gebäuden. Besonders interessant wird es natürlich, wenn Spezialtechnik zum Einsatz kommt wie z.B. der Graffitireiniger oder spezielle Reinigungsmaschinen.

Welche Voraussetzungen gibt es für die Ausbildung und den Beruf?

Besonders wichtig ist es, die nötige Motivation für die Ausbildung mitzubringen, denn die Berufsschule ist durchaus herausfordernd. Ansonsten ist Teamfähigkeit sehr wichtig und man sollte etwas technisches Verständnis sowie handwerkliches Geschick mitbringen. Bei einigen Aufträgen muss man zudem schwindelfrei sein, z.B. wenn man mit der Leiter arbeitet oder auf Dächern die Dachverglasung reinigt. Einen speziellen Führerschein hingegen braucht man nicht, da man viele Maschinen ohne Führerschein bedienen kann.

Was lernt man in der Berufsschule?

In der Berufsschule gab es immer mehrere Wochen Blockunterricht und neben den grundlegenden Fächern hatten wir insbesondere Chemie. Zudem wurden wir in Werken unterrichtet und wir haben verschiedene Lehrgänge absolviert wie z.B. Bedienung von Reinigungsmaschinen, Arbeiten mit Gerüsten oder Besonderheiten denkmalgeschützter Gebäude. Der Unterricht fand häufig in Gruppenarbeit statt. Schließlich muss man sich dann auf die Prüfungen vorbereiten, also die schriftliche Kenntnisprüfung und die praktische Fertigkeitsprüfung – erst wenn die bestanden sind, kann man zur Gesellenprüfung antreten.

Würdest Du diese Ausbildung deinen Freunden empfehlen?

Ja, Ausbildung und Beruf sind längst nicht mehr wie früher. Wer also denkt, dass man in diesem Beruf einfach mit Eimer und Lappen loszieht, hat völlig veraltete Vorstellungen. Heutzutage gibt es hohe Anforderung an die Innen- und Außenreinigung von Gebäuden und von Objekten. Dementsprechend hoch sind auch die Ansprüche an Ausrüstung und Personal – wenn man zum Beispiel an die Glasüberdachung des Berliner Hauptbahnhofs denkt, dann bekommt man vielleicht eine Vorstellung von den Herausforderungen und Reizen dieses Berufes. Außerdem gibt es gute Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten in der Branche. Nach der Ausbildung konnte ich zügig zum Objektleiter aufsteigen und bald werde ich mich zum Meister fortbilden.

Was war dein Traumberuf?

Früher habe ich mich sehr für die Polizei interessiert, später mal für eine Ausbildung zum Lackierer, aber das wäre damals aus gesundheitlichen Gründen schwierig gewesen.

Hattest du ein Vorbild?

Mein Vorarbeiter hat mich während meiner Ausbildung sehr unterstützt und von ihm konnte ich vieles lernen.

Würdest du diesen Beruf eher als Frauen- oder als Männerberuf sehen?

Früher war es vielleicht eher ein Frauenberuf aber heutzutage ist es ausgeglichen. Zudem ist das Tätigkeitsspektrum sehr Vielfältig, sodass Frauen und Männer sich hier gut ergänzen und gegenseitig unterstützen können.