Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

Mein Name ist Denny Schreiber, in wenigen Wochen werde ich 19 Jahre alt. Nach meinem Schulabschluss an der Förderschule Johann-Heinrich-Pestalozzi in Cottbus habe ich 2017 eine Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik bei der Elektro Jarick GbR in Babow begonnen. Im Herbst stehen die Zwischenprüfungen an.

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

© Zukunftstag Brandenburg

Wie bist du auf deinen Beruf aufmerksam geworden?
Ich hatte schon während der Schulzeit klare Vorstellungen was ich beruflich machen möchte. Zum einen interessierte ich mich für den IT Bereich und den Beruf als IT Administrator. Dafür benötigt es aber weitere schulische Voraussetzungen.
Mein anderer Traumberuf war der des Elektrikers, da ich schon als Kind mit meinem Vater an Strippen und Steckdosen gebastelt habe.

Wie hast du deinen Ausbildungsbetrieb, die Firma Elektro Jarick, gefunden?
Nach meinem Abschluss an der Förderschule war klar, dass ein Berufsvorbereitendes Jahr für mich nicht in Frage kommt und ich gleich mit einer Ausbildung beginnen möchte. Das habe ich mit meiner Berufseinstiegsbegleiterin besprochen, die mich seit der 9. Klasse in Sachen Schule und Ausbildung unterstützt. Wir haben mit dem Inklusionsberater der Handwerkskammer Cottbus Kontakt aufgenommen. Er wusste welche Unternehmen in Frage kommen und setzte sich mit der Firma Elektro Jarick in Verbindung. Schnell kam ein gemeinsames Gespräch zustande, so habe ich meinen heutigen Ausbildungsbetrieb kennengelernt.

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik am Transporter

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Wie ging es dann weiter?
Nach meiner Bewerbung wurde ich zum Probearbeiten eingeladen und konnte meine praktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Innerhalb von wenigen Wochen hatte ich einen Ausbildungsvertrag zum Fachpraktiker im Elektroniker-Handwerk, also eine theoriereduzierte Ausbildung für Menschen mit Behinderung, in der Tasche.
Aber es kam noch besser. Meine Leistungen während der Fachpraktikerausbildung waren so gut, dass ich nach kurzer Zeit auf die reguläre Ausbildung zum Elektroniker umsatteln konnte.

Erhältst du aufgrund deiner Beeinträchtigung besondere Unterstützung?
Ja. Gleich nachdem ich den Ausbildungsvertrag unterschrieben hatte, habe ich mich um ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) gekümmert. Neben dem Unterricht am Oberstufenzentrum Forst gehe ich regelmäßig zum Nachhilfeunterricht.

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik bei der Arbeit

© Zukunftstag Brandenburg

Was gefällt dir an deiner Ausbildung besonders gut?
Ich mag die familiäre Atmosphäre im Betrieb. Wir packen gemeinsam an und ich kann viel lernen. Gleichzeitig nehme ich seit dem ersten Ausbildungsjahr viele Aufgaben selbständig wahr, installiere Stromleitung auf oder unter Putz, Steckdosen und die Beleuchtung.
Außerdem gefällt mir die Abwechslung an den unterschiedlichen Arbeitsorten und mit den verschiedenen Gewerken vor Ort. Meine erste Baustelle war in den Spreewald Thermen, als nächstes arbeiteten wir in einem großen Hotel und im Rohbau eines Einfamilienhauses. Jede Baustelle ist speziell und man muss unterschiedlich an die Aufgaben rangehen.

Welche Voraussetzungen gibt es für den Beruf bzw. die Berufsausbildung?
Eigentlich benötigt es keine speziellen Voraussetzungen, um in diesem Beruf zu arbeiten. Interesse an Technik und handwerklicher Arbeit sind sicherlich von Vorteil. Außerdem sollte man es mögen unterwegs zu sein und mit seinen Kollegen und Kolleginnen verschiedene Arbeitsorte anzusteuern.

Würdest du den Beruf weiterempfehlen, zum Beispiel Freundinnen und Freunden?
Auf jeden Fall!

Herr Jarick möchten Sie aus der Sicht als Arbeitgeber noch etwas hinzufügen?
Entscheidend war für uns das Bewerbungsgespräch. Mit Absolventen einer Förderschule hatten wir bislang keine Erfahrung. Denny trat selbstbewusst auf, er wusste, was er wollte und war vor allem absolut selbständig. Man merkte, dass er sich sehr gut vorbereitet und viele Fragen im Vorfeld geklärt hatte. Das hat uns beeindruckt. Auch auf der Baustelle sieht er, wo was zu tun ist und packt an. Ausschlaggebend sind dabei sein Wille und seine Neugierde diesen Beruf zu erlernen. Als Ausbildungsbetrieb unterstützen wir ihn natürlich und stellen ihn für die Lernhilfe frei.
Ich kann junge Menschen, egal ob mit oder ohne Behinderung, nur ermutigen, diesen Beruf zu erlernen. Der Beruf ist krisensicher. Die elektrische Versorgung von Gebäuden oder Anlagen hat sowohl in der Fläche als auch der Komplexität zugenommen. So ist es kein Wunder, dass der Elektroniker in der Fachrichtung für Energie- und Gebäudetechnik der am meisten verbreitete Elektronikerberuf ist.