Typisch weiblich, typisch männlich?

Frauen reden gerne und viel. Sie sind sanftmütig, hilfsbereit und häuslich. Doch von Technik haben sie keine Ahnung? Ganz anders die Männer: Sie sind technikaffin, zielstrebig und kommen prima mit Hierarchien klar – aber im Haushalt sind sie Nieten? Klischees wie diese sind komplett out! Frauen und Männer scheren sich heute weniger denn je um vorgefertigte Schubladen und folgen eher ihren Interessen und Fähigkeiten– egal ob Technik oder Sozialbereich. Frauen arbeiten heute als Fachinformatikerinnen, Ingenieurinnen oder Chemikerinnen. Männer werden Erzieher, Grundschullehrer oder Sozialpädagoge, ohne dass sie sich rechtfertigen müssen. Und das ist ein großer Erfolg – für beide Geschlechter!

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend informiert in einem neuen Online-Portal und unterstützt bei der Berufs- und Studienwahl fernab von geschlechterspezifischen Rollenklischees. Ein extra hierzu entwickeltes Video veranschaulicht auf sympathische Art und Weise die Geschlechterklischees bei der Berufswahl.

Dennoch prägen geschlechterstereotype Vorlieben nach wie vor die Wahl von Berufsausbildungen und Studiengängen: Circa  70 Prozent der Mädchen wählen aus zwanzig „typisch weiblichen“ Ausbildungsberufen, etwa 50 Prozent  der Jungen konzentrieren sich auf zwanzig „typisch männliche“ Ausbildungsberufe. Bei der Wahl von traditionellen Berufsausbildungen und Studiengängen werden häufig Alternativen nicht geprüft, insbesondere solche, die geschlechtsspezifisch determiniert zu sein scheinen. So entspricht z.B. der Frauenanteil in der Forschung mit 25 Prozent auch nicht annähernd dem Bevölkerungsanteil. Der Bildungsserver Berlin-Brandenburg  hält jede Menge unterstützende Informationen und Links für Euch bereit.

Habt Ihr Lust auf mehr Informationen zur Geschlechterverteilung in den Berufen und wollt Euch durch Stimmen von anderen selbst einen Eindruck verschaffen? Dann schaut Euch die spannenden Beiträge in dem von der Bundesagentur für Arbeit herausgebrachten Heft „Abi extra – Dein Weg in Studium und Beruf“ an und findet heraus, wie Ihr selbst tickt. Auch gibt es ein interessantes bundesweites Netzwerk und Fachportal zur Berufswahl und Lebensplanung von Jungen und ebenso ein Informationsportal für Mädchen, die sich für MINT-Berufe begeistern.

Sicherlich findet Ihr auch unter den noch 2777 freien Plätzen einen Veranstalter, der Euch die Möglichkeit bietet, in einen eher „geschlechtsuntypischen“ Beruf hinein zu schnuppern. Viel Spaß bei der Suche auf unserer Aktionslandkarte.