Werkzeugmechaniker

Ich bin Ronny Exner und absolviere zur Zeit mein drittes Lehrjahr als Werkzeugmechaniker in der Firma ESB Schulte GmbH & Co. KG in Luckenwalde. Alle vier Wochen fahre ich für zwei Wochen zum Blockunterricht zur Berufsschule nach Ludwigsfelde.

Wie sind Sie auf Ihren Beruf aufmerksam geworden?

Ich habe mich schon als Kind fürs Schrauben interessiert. Mein Vater ist gelernter Schlosser, vielleicht liegt das Interesse für Werkzeuge in der Familie. Mir war schon früh klar, dass ich auf jeden Fall später etwas Handwerkliches machen möchte. Und als ich die Stellenausschreibung von ESB Schulte gesehen habe, habe ich mich direkt beworben.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Los geht es um 6.30 Uhr. Alle Auszubildenden treffen sich mit Herrn Grötzner, dem Ausbildungsleiter, und wir besprechen, was am Tag so ansteht. Im ersten Lehrjahr lernt man die Grundlagen, also das Bohren, Sägen, Feilen. Im zweiten Lehrjahr kommt dann das Drehen und das Fräsen dazu. Ich bin im dritten Lehrjahr und befinde mich gerade in einem innerbetrieblichen Praktikum. Da bekommt man schon mal Einblicke in die Abteilungen und in die Arbeiten, was nach der Ausbildung folgen könnte, wenn man übernommen wird.

Was sind Ihre wichtigsten Tätigkeiten?

Jeder Schritt ist eigentlich wichtig. Aber besonders wichtig ist es, sich zu konzentrieren. Oft geht es um 10-tel Millimeter oder noch weniger. Wenn man da nicht aufpasst und unkonzentriert ist, passt das Werkzeug nicht und man muss von vorne anfangen.

Welche Voraussetzungen gibt es für den Beruf / die Berufsausbildung?

Wie gerade schon beschrieben, ist es oft Millimeterarbeit. Man sollte also ein gewisses handwerkliches Geschick mitbringen. Wenn man schon Erfahrungen hat, zum Beispiel von zuhause oder einem Praktikum, ist das auf jeden Fall hilfreich. So läuft das auch bei der ESB Schulte. Wer sich für eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker oder zur Werkzeugmechanikerin interessiert, sollte sich einfach melden und kann dann ein Schnupperpraktikum machen. Danach kann man für sich selber entscheiden, ob einem die Tätigkeiten liegen und ob man ins Team passt.

Gibt es etwas, das Sie an Ihrem Beruf nicht mögen?

Eigentlich nicht. Es gehört eben dazu, dass man mal Sachen machen muss, die nicht so viel Spaß machen. Wenn zum Beispiel ein Auftrag kommt, 1.000 Teile zu bohren, dann ist das nicht so schön, aber wir helfen uns auch immer untereinander im Team. Das funktioniert ganz gut.

Würden Sie den Beruf weiterempfehlen, zum Beispiel Ihren Freunden?

Klar! Wer Spaß daran hat mit großen Maschinen zu arbeiten, etwas zu reparieren oder herzustellen, der ist hier auf jeden Fall richtig. Es ist auch ganz gut aufgeteilt, man geht immer zwei Wochen zur Schule und ist dann wieder vier Wochen im Betrieb. Jetzt im dritten Lehrjahr kann ich auch schon an Projekten mitarbeiten, das ist toll. Im Moment arbeite ich mit einem anderen Azubi an einem ganz tollen Projekt. Wir fertigen aus Einzelteilen eine  Drehmaschine.

Wer waren beruflich Ihre Vorbilder?

Wie ich ja schon erzählt habe, vor allem mein Vater, der als Schlosser arbeitet.

Würden Sie diesen Beruf eher als Frauen- oder als Männerberuf sehen?

Der Beruf ist für alle etwas. Es ist an vielen Stellen hohe Präzision gefordert, da können die Frauen auf jeden Fall punkten. An anderen Stellen müssen schwere Maschinen und Werkzeuge bedient werden, da haben dann wiederum die Männer Vorteile.