Wasserbauerin

Mein Name ist Maria Matzmohr, ich bin 22 Jahre alt und mache eine Ausbildung zur Wasserbauerin im 3. Lehrjahr. Mein Arbeitsort ist Kummersdorf bei Storkow und ich bin beim Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Berlin angestellt.

Ich bin Christin Puttich und auch im 3. Lehrjahr beim WSA Berlin. Ich bin in Fürstenwalde stationiert und wohne auch dort. Ich bin 26 Jahre alt.

Wie seid ihr auf den Beruf aufmerksam geworden?

Maria
Durchs Internet. Ich wollte in den öffentlichen Dienst und habe bei der Suche die Webseite der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung gefunden.

Christin
Ich bin durch eine Zeitungsannonce darauf gestoßen und habe dann im Internet weiter recherchiert.

Was macht euren zukünftigen Beruf spannend?

Christin
Es ist interessant, dass uns so viele verschiedene Bereiche und Möglichkeiten offenstehen, von Messungen über das Bauen von Wasserwegen oder Dämmen, Wasserstraßenreinigung, Uferbeschädigungen reparieren und sichern bis zur Uferpflege. Zusätzlich werden Schleusen, Wehre und Pumpwerke betrieben. Einige Brücken werden auch vom WSA überwacht.

Maria
Was ich noch spannend finde ist, dass es auch Projektarbeiten gibt. Wir haben vor kurzem einen Ausflug zu einer Talsperre gemacht, um zu sehen, wie das funktioniert. Das war sehr beeindruckend.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus und was sind die wichtigsten Tätigkeiten?

Maria
Man arbeitet in Kolonnen von zwei bis vier Leuten. Im Sommer ist um 6.30 Uhr Dienstbeginn, zu dem sich alle Kolonnen auf dem Hof treffen. Dort werden die Arbeitsorte zugeteilt. Dann sucht man sich entsprechend des Auftrags die Werkzeuge und geht zur Baustelle. Diese wird vor Ort eingerichtet und danach fängt die eigentliche Arbeit an. Je nach Entfernung wird meist gegen 15 Uhr abgebrochen, damit man rechtzeitig wieder zurück ist. Bevor allerdings die eigentliche Arbeit beginnen kann, muss überlegt werden, was es für eine Böschung sein soll, welche Neigung und welche Materialien gebraucht werden, etc. Es steckt viel Planung dahinter.

Christin
Ich bin im Bereich Berufsschifffahrt. Wir haben zum Beispiel Dämme, wo das Wasser höher liegt als das Umland und die müssen abgelaufen und auf undichte Stellen kontrolliert werden. Wenn etwas ausläuft, wird eine Privatfirma mit der Reparatur beauftragt. Wir übernehmen die Einweisung und kontrollieren das Ergebnis.

Gab es ein berufliches Ereignis, dass euch glücklich gemacht hat?

Maria
Ziemlich interessant war die Bergung eines Sportschiffes. Das war schon spannend, weil keiner so richtig wusste, wie das Schiff letztendlich aussieht.

Christin
Für mich ist es toll, durch den Beruf an Orte zu kommen, die sonst nicht zugänglich sind. Wir konnten beispielsweise vor kurzem durch eine trocken gelegte Schleuse laufen. Es ist imposant, durch ein zehn Meter hohes Becken zu laufen.

Gefällt euch etwas gar nicht?

Christin
Mir gefällt Natursteinpflaster legen überhaupt nicht. Das ist mir zu ungenau – fast wie puzzeln.

Habt ihr Vorbilder?

Maria
Unsere Ausbilderinnen und Ausbilder bewundere ich schon irgendwie, weil sie (mit uns) einiges leisten und trotzdem sehr menschlich sind. Das könnte ich mir später auch für mich vorstellen.

Was war als Kind Euer Traumberuf?

Maria
Eigentlich wollte ich zur Polizei, das hat aber nicht geklappt.

Christin
Am liebsten wäre mir wohl nautische Offizierin geworden, aber dafür sehe ich leider nicht gut genug.

Wer hat Eure Berufswahl beeinflusst?

Maria
Meine Eltern natürlich. Eltern wollen ja immer das Beste.

Christin
Beeinflusst weniger, aber meine Mutter hat mich da auf jeden Fall unterstützt.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen?

Maria
Wir brauchten ein Schwimmabzeichen (mindestens Bronze). Außerdem wäre handwerkliches Geschick praktisch und man darf man keine Angst vor Dreck oder körperlicher Arbeit haben. Etwas mathematisches Verständnis ist auch von Vorteil.

Würdet Ihr den Beruf Wasserbauerin für Mädchen empfehlen?

Maria
Es gibt im Allgemeinen schon Vorurteile bei einigen Kollegen. Das legt sich aber über die Zeit, wenn man hier und da Selbstinitiative und Interesse zeigt und die anderen sehen, dass man ordentlich mit anpackt.

Berufe im Video vorgestellt:

Ob es stürmt oder die Sonne scheint: Wasserbauer/-innen sind das ganze Jahr über draußen im Einsatz. Sie halten Schleusen in Stand, schützen die norddeutschen Küsten vor Überflutung und sorgen dafür, dass der Schiffsverkehr auf Flüssen und Kanälen reibungslos funktioniert.

Das Video stammt vom BR – Bayerischen Rundfunk und wurde uns freundlich zur Verfügung gestellt.

Über Marina Schubert

alter Zugang von Marina Schubert, ms@medienlaborpotsdam.de