Vermessungstechnikerin

Mein Name ist Lydia Kläwicke und ich bin 25 Jahre alt. Zurzeit studiere ich an der FH Potsdam Bauingenieurwesen. Vorher habe ich jedoch schon eine Ausbildung zur Vermessungstechnikerin absolviert.

VermessungstechnikerinWie sind Sie auf Ihre Berufsausbildung aufmerksam geworden?
Ich hatte viele Ideen, was ich hätte machen können, aber unter denen war kein Beruf, bei dem ich gesagt hätte, der muss es definitiv werden. Ich wusste aber, dass ich gerne in der Natur bin, gerne etwas mit Menschen zu tun und gleichzeitig aber auch Abwechslung im Beruf haben möchte. Meine Mutter hatte dann die Idee mit der Vermessungstechnik. Davon hatte ich vorher nie etwas gehört, habe mich dann aber darüber informiert und fand es interessant.

Was mussten Sie tun, um den Beruf zu erlernen?
Ich musste einen Einstellungstest machen, bei dem es sich mehr oder weniger um einen 90-minütigen Mathe-Test handelte. Um sich bewerben zu können, muss man einen Abschluss der zehnten Klasse oder das Abitur nachweisen können.

Was ist das Spannende in Ihrem Beruf und was sind die wichtigsten Tätigkeiten?
Es gibt viele spannende Sachen in dem Beruf. Man trifft zum Beispiel viele unterschiedliche Leute auf den Baustellen und ist auch immer auf anderen Baustellen unterwegs, das ist sehr abwechslungsreich. Zu den typischen Tätigkeiten gehört bei uns das Zeichnen von Lageplänen und das Bestimmen von Höhen. Also alles in allem ist es die Vielfalt, die mir an dem Beruf so gefällt.

Können Sie von einem beruflichen Erlebnis berichten, das Sie glücklich macht?
Ich habe zum Beispiel am Bau eines Autobahntunnels mitgearbeitet. Wir waren von Anfang an dabei und das war wirklich spannend. Außerdem haben wir beim Bau des Stadtschlosses in Berlin mit den Archäologen zusammengearbeitet und haben für den von ihnen entdeckten Friedhof einen Lageplan erstellt. Das war total spannend, weil man wirklich selten mit Archäologen zusammenarbeitet.

VermessungstechnikerinGibt es etwas, das Sie an Ihrem zukünftigen Beruf nicht mögen?
Eigentlich nicht. Manchmal ist das schlechte Wetter etwas ärgerlich. Im Winter ist es manchmal zu kalt und im Sommer auch mal zu heiß. Aber daran gewöhnt man sich.

Was war Ihr Traumberuf? Wie haben Sie sich als Kind Ihre berufliche Zukunft vorgestellt?
Als Kind wollte ich eigentlich gerne Optikerin werden, weil ich schon ziemlich früh eine Brille brauchte. Aber eigentlich war Logopädin dann später mein Berufswunsch, da ich gerne mit Menschen zusammenarbeiten wollte. Ich hatte auch in einer Klinik ein Praktikum gemacht, das mir sehr gut gefallen hat. Ich habe mich dann aber für eine Ausbildung zur Vermessungstechnikerin entschieden.

Würden Sie den Beruf der Vermessungstechnikerin für junge Frauen weiterempfehlen?
Ich würde den Beruf weiterempfehlen – einfach weil es ein sehr spannender Beruf ist. Die Mischung aus Innen- und Außendienst ist einfach toll. Man sollte ein grundlegendes mathematisches Verständnis haben bzw. sich ein bisschen für Zahlen interessieren.