Tischlerin

Ich bin Pia Junker, 20 Jahre alt und mache meine Ausbildung in der Tischlerei Spatzier bei Bad Belzig. Nach dem Abitur habe ich mich für ein „Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege“ entschieden.

Das hat mir so gut gefallen, dass ich mich für eine Ausbildung in dieser Tischlerei entschieden habe. Zur Schule gehe ich in das OSZ 1 Technik  in Potsdam.

Wie bist du darauf gekommen, Tischlerin zu werden?
Ich wusste immer, dass ich etwas mit meinen Händen machen wollte. Und die Firma, bei der ich das freiwillige Jahr absolviert habe, hat noch einen sehr traditionellen Part. Durch die Restauraierung haben wir viel Handarbeit dabei. Und das ist auch das, was mich sehr interessiert.

Welche Inhalte lernt man in der Ausbildung?
Zum einen lernt man in der Firma, indem man hilft, oder mitläuft und die Arbeitsabläufe kennenlernt. Zum anderen üben wir auch die klassischen Holzverbindungen. Wir bauen zum Beispiel einen Hocker oder einen Werkzeugträger. Später sind es auch Türen oder ähnliches. Im theoretischen Teil lernen wir Möbelbau, Schallschutz, Wärmedämmungsberechnung, Zeichnen und Konstruktion von Möbeln. Später kommt unter anderem noch Fenster-, Türen- und Treppenbau dazu.

Was sind die wichtigsten Tätigkeiten?
Man sollte das Grundwissen parat haben, wie man mit dem Material umgehen muss. Man sollte die Maschinen ordnungsgemäß und arbeitssicherheitstechnisch bedienen können. Wir arbeiten aber nicht nur in der Werkstatt, sondern fahren auch zu Kundinnen und Kunden, um Türen zu montieren oder Möbel aufzubauen.

Was ist das Spannendste an deinem Beruf?
Man muss sich in seine Projekte jedes Mal aufs Neue hineindenken und sich überlegen, welche Materialien man nimmt und wie man am besten anfängt. Das ist herausfordernd. Außerdem ist die Vielfalt recht groß – es wird einfach nie langweilig.

Was hat dich bisher in der Ausbildung oder im Beruf so richtig glücklich gemacht?
Es ist immer wieder ein schönes Gefühl das fertige Werkstück zu sehen, nachdem man es geplant, gezeichnet und hergestellt hat.

´Gibt es etwas, das du gar nicht magst?
Naja, es gibt immer kleine Aufgaben, auf die man keine Lust hat. Schleifen über längere Zeit ist beispielweise nicht wirklich schön.

Wie sieht bei dir ein typischer Arbeitstag aus?
Der Arbeitstag beginnt um 6.30 Uhr mit dem Beladen der Autos für die Baustellen. Dann arbeite ich an eigenen Projekten oder helfe den Meistern oder Gesellen bei der Arbeit an Kundenaufträgen. Um 15.25 Uhr ist dann Feierabend.

Was hattest du für einen Traumberuf?
Ich wollte früher in den Tourismus, weil ich dachte, dass man etwas von der Welt sieht. In dem Freiwilligen Jahr wurde dann aber mein Interesse für das handwerk geweckt.

Wer oder was hat dich bei deiner Berufswahl beeinflusst?
Ich habe ein Praktikum im Reisebüro gemacht und festgestellt, dass es überhaupt nichts für mich ist. Beeinflusst wurde ich durch meine Eltern, die eine kleine Werkstatt haben und Freunde, die im Handwerk arbeiten.

Hast du Vorbilder?
Mich beeindrucken im Tischlerhandwerk hochwertige und kompetente Arbeiten, somit ist jede gute Tischlerin und jeder gute Tischler ein Vorbild.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen, um deinen Beruf zu erlernen?
Offiziell nicht. Wichtig sind aber ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und eine Begeisterung für den Beruf. Man muss eine gewisse Perfektion und Präzision mitbringen und auch etwas mehr Zeit investieren, wenn man es wirklich gut machen möchte.

Würdest du diesen Beruf eher als Frauen- oder als Männerberuf sehen?
Ich habe gemerkt, dass es ein sehr anstrengender Beruf ist. Prinzipiell ist es aber für jede Frau möglich.

Berufe im Video vorgestellt:

Das Video stammt vom BR – Bayerischen Rundfunk und wurde uns freundlich zur Verfügung gestellt. Alle Videos des BR-Projekts „Ich mach’s!“ findet Ihr hier.

Über Marina Schubert

alter Zugang von Marina Schubert, ms@medienlaborpotsdam.de