Technisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin

Mein Name ist Nicole Bielefeldt und ich bin 34 Jahre alt. Nach meinem Schulabschluss habe ich den Beruf der Zahntechnikerin erlernt und auch fünf Jahre gern in diesem Beruf gearbeitet. Leider sind die Weiterentwicklungschancen nicht sehr groß – im nächsten Schritt hätte ich den Meister machen können, um eventuell ein eigenes Labor zu gründen. Ich beschloss für mich, einen anderen Weg zu gehen und holte zunächst meine Hochschulreife in der Abendschule nach. Mit dem guten Abiturabschluss, der Ausbildung als Dentaltechnikerin und meinem großen Interesse an Naturwissenschaften studierte ich an der Fachhochschule Osnabrück Ingenieurwissenschaften im Fachbereich Werkstoffe und Verfahren mit der Spezialausrichtung Dentaltechnologie, ein Studiengang der einzigartig ist und als einer der innovativsten in Europa gilt. Nach dem Studium war ich dann zunächst beim der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) für verschiedene Projekte tätig. Dabei hat mich besonders der Bereich der synthetischen Implantate begeistert.

TechnischMitarbeiterinWie sind Sie auf den Beruf aufmerksam geworden?
Ich hatte für mich nach Weiterentwicklungsmöglichkeiten gesucht und war dabei auf den gerade gegründeten Studiengang in Osnabrück aufmerksam geworden. Der Abschluss als Zahntechnikerin oder Zahntechniker war eine Grundvoraussetzung für diesen Studiengang.

Was ist das Spannende an Ihrem Beruf?
Werkstoffe und Materialien sind etwas sehr Spannendes. Beim Analysieren entdeckt man täglich sehr viel Neues – man muss natürlich wissbegierig und neugierig sein. Die Implantate, die wir herstellen, werden im menschlichen Körper eingesetzt, das heißt die Brücke zur Medizin ist ganz eng.

TechnischMitarbeiterinWas sind Ihre wichtigsten Tätigkeiten?
Unser Unternehmen produziert hochwertige Implantate für die Augen (sogenannte Intraokularlinsen). Da ist sowohl die analytisch-chemische als auch die mechanische Prüfung der verwendeten Materialien von größter Wichtigkeit. Die Augen sind sehr sensible Sinnesorgane und für den Menschen von großer Bedeutung. Wer schon einmal verletzte Augen hatte oder nur sehr wenig sehen konnte, sehnt sich danach, wieder seine volle Sehkraft und damit Orientierung zu erlangen. Unsere Prüfergebnisse werden daher sorgfältig protokolliert und in den entsprechenden Berichten dokumentiert.

Können Sie von einem beruflichen Erlebnis berichten, das Sie glücklich macht?
Wenn wir unser Ziel erreicht haben und die Endprodukte die Qualität besitzen, die wir in der Forschung und in der Produktion angestrebt haben.

Gibt es etwas, das Sie an Ihrem Beruf nicht mögen?
Nein

TechnischMitarbeiterinWelche Empfehlungen würden Sie Ihren Freundinnen und Freunden geben, wenn sie auf der Suche nach ihrem Traumberuf sind?
Ich empfehle die Augen offen zu halten und sich in Praktika einmal den Arbeitsalltag in einem bestimmten Beruf oder ausgewählten Unternehmen anzusehen. Oder auch beim Tag der offenen Tür in Unternehmen, Institutionen, Hochschulen oder Universitäten hineinzuschnuppern. Je eher man damit beginnt und je vielfältiger die Möglichkeiten sind, die man in seine Auswahl einbezieht, desto zielgerichteter kann man seine eigene Berufswahl treffen. Auch der Austausch mit Freunden und Verwandten ist sinnvoll. Fragt doch einfach mal nach, welchen Beruf sie ausüben oder von welchem Beruf sie träumen? Und noch etwas, seid neugierig!

Was war Ihr Traumberuf?
Ich bin so gerne zur Schule gegangen, dass ich traurig war, als ich sie verlassen musste, um einen Beruf zu erlernen. Der Beruf der Lehrerin hätte mich auch interessiert.

TechnischMitarbeiterinWas mussten Sie tun, um Ihren Beruf zu erlernen?
Für mein Studium war Voraussetzung, dass ich das Abitur, also die Hochschulreife, besaß und einen handwerklichen Beruf, in dem vor allem Geschicklichkeit im Umgang mit kleinsten Formen wichtig war. Heute benötigt man für diesen Studiengang nicht mehr unbedingt diese Voraussetzungen. Aber auch bei meiner jetzigen Tätigkeit kommt mir mein handwerkliches Können zugute. Mit kleinen Pinzetten kleinste Stücke hochwertigen Materials zu bewegen und unter dem Mikroskop zu betrachten, dazu gehört Sensibilität und eine ruhige Hand.
Außerdem bin ich begeistert von der Verbindung zwischen Medizin und Naturwissenschaft.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Am liebsten verbringe ich meine Freizeit mit meiner Familie.

Was sagt Ihre Familie zu Ihrem Beruf? Wer hat Sie beeinflusst?
Meine Mutter ist Bibliothekarin und mein Vater ist Bankangestellter. Beide sind heute sehr stolz darauf, dass ich mit sehr viel Engagement und auch mit großer Disziplin mein Ziel erreicht habe. Meinen Weg habe ich mir selbst gesucht. Ich weiß, dass es sich lohnt für ein Ziel zu kämpfen, auch wenn man manchmal mit großen Entbehrungen rechnen muss.

Hatten Sie Vorbilder?
Beeinflusst und begeistert haben mich Menschen, die schon sehr früh wussten, was sie beruflich erreichen wollen und dieses Ziel auch mit Disziplin verfolgt haben.