Softwaresystemtechnikerin

Ich heiße Janett Baresel und bin 22 Jahre alt. Zur Zeit absolviere ich am Hasso-Plattner-Institut ein Studium zum IT Systems Engineerer (Softwaresystemtechnikerin). Zuvor habe ich das Leibniz-Gymnasium in Potsdam besucht.

SoftwaresystemtechnikerinWie sind Sie auf den Beruf des IT Systems Engineerer aufmerksam geworden?
Mein älterer Bruder hat Informatik studiert. Dadurch wurde ich früh an Computer gewöhnt. Im Gymnasium hatte ich dann eine sehr gute Informatiklehrerin, die mich dazu motiviert hat, weiter zu machen. Als dann vermehrt Zeitungsartikel über das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam erschienen sind, habe ich mich für diesen Weg entschieden und es nie bereut.

Was ist das Spannende an Ihrem zukünftigen Beruf?
Man muss sich ständig weiterentwickeln, muss immer wieder neue Technologien erforschen und erlernen und kann mit Kreativität neue herausfordernde Probleme lösen. Das hat viel mit Design und weniger mit Programmierung zu tun.

Was sind Ihre wichtigsten Tätigkeiten?
In unserem Studiengang werden wir vor allem dazu ausgebildet, komplexe Systeme beherrschen zu können. Wir arbeiten im Prinzip wie Architekten. Wie beim Hausbau müssen wir erst Pläne für die Software erstellen, bevor wir mit dem „Bauen“, also mit dem Programmieren, anfangen können. Dazu stehen uns verschiedenste und immer wieder neue Technologien zur Verfügung.

Können Sie von einem beruflichen Erlebnis berichten, das Sie glücklich macht?
Ich habe neben dem Studium in einer kleinen Firma in Berlin gearbeitet. Wenn man nach monatelanger Arbeit ein Projekt beendet hat und auf das fertige Produkt schauen kann, was dann noch erfolgreich verwendet wird, ist das schon ein Erfolgserlebnis.

SoftwaresystemtechnikerinGibt es etwas, das Sie an Ihrem Beruf nicht mögen?
Man muss selbst eine Strategie entwickeln, um die Balance zwischen Arbeit und Entspannung zu halten. Es geht sehr schnell, dass man stundenlang vor einem Problem sitzt, anstatt immer mal wieder kurz an die frische Luft zu gehen und eine Pause einzulegen. Manchmal fehlt mir eine soziale Bedeutung des Berufes. Alles dreht sich um Innovationen und Computer. Aber die Bedeutung, wie ein Arzt oder Entwicklungshelfer sie hat, besitzt dieser Beruf in meinen Augen nicht.

Welche Empfehlungen würden Sie Ihren Freundinnen und Freunden geben, wenn sie auf der Suche nach ihrem Traumberuf sind?
Man sollte so viel wie möglich ausprobieren, um herauszufinden, was man wirklich gut kann. Das ist natürlich nicht einfach. Aber es ist auf jeden Fall wichtig, sich immer gut zu informieren, was ein Beruf wirklich bedeutet, sonst landet man schnell in einem Hörsaal und in einem Studiengang, der einem überhaupt nicht gefällt.

Was war/ist Ihr Traumberuf?
Im Moment ist mein Studium das, was ich wirklich machen will.

Was mussten/müssen Sie tun, um den Beruf zu erlernen?
Man braucht natürlich Abitur, um am Hasso-Plattner-Institut studieren zu können. Wie gut das sein muss, hängt von der Bewerberzahl ab, die in den vergangenen drei Jahren immer gestiegen ist. Es wird einerseits auf den Durchschnitt des Abiturs und auf die Noten in Deutsch, Mathe und Englisch geschaut. Informatik selbst muss man in der Schule nicht gehabt haben, aber es erleichtert natürlich den Einstieg.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Natürlich äußert sich das Interesse für Computer auch in meiner Freizeit. Aber ich tanze gerne und treffe mich viel mit meinen Freunden. Es ist wichtig, einen guten Ausgleich zu finden.

SoftwaresystemtechnikerinWie haben Sie sich als Kind Ihre berufliche Zukunft vorgestellt?
Ich glaube, ich wollte wie jedes Mädchen Tierärztin werden und viel unterwegs sein. An einen Beruf in der Informatik habe ich dabei nie gedacht, vielleicht auch, weil immer noch das Klischee besteht, dass man den ganzen Tag vor dem Rechner sitzt.

Was sagt Ihre Familie zu Ihrem Beruf? Wer hat Sie beeinflusst?
Meine Familie hat mich immer in allem unterstützt, was ich machen wollte. Bei meiner Entscheidung hat mich vor allem meine Informatiklehrerin am Gymnasium beeinflusst. Sie vermochte es besonders gut, einem die Themen der Informatik nahezubringen und zwar ohne mit wichtig klingenden Fachwörtern um sich zu werfen, wie es in der Informatik oft passiert. Das schreckt, glaube ich, die meisten ab.

Hatten Sie Vorbilder?
Mein Bruder war immer ein großes Vorbild für mich. Inzwischen hat er sich selbstständig gemacht und ich hoffe, dass ich nach meinem Studium genauso erfolgreich wie er sein werde.

Wenn Sie einen Werbetext für Ihre berufliche Tätigkeit schreiben würden, was müsste unbedingt darin stehen?
Ich würde vor allem mit den vielen Vorurteilen aufräumen wollen. In der IT-Branche zu arbeiten, bedeutet längst nicht mehr, einfach nur zu programmieren. Kreativität ist ein Muss in unserem Beruf, um immer wieder neue Software zu designen, zu entwickeln und umzusetzen. Dabei ist Planung heutzutage wichtiger als alles andere. Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist ein Muss. Niemand sitzt allein in seinem Büro und arbeitet für sich.