Malerin | Lackiererin

Ich bin Friederike, 20 Jahre alt und komme aus Neuruppin. Dort mache ich eine Ausbildung zur Malerin und Lackiererin bei der ANKA GmbH. Den schulischen Teil meiner Ausbildung absolviere ich im OSZ in Potsdam.


Wie bist du auf den Beruf aufmerksam geworden?
Ich wollte nichts Soziales machen und habe mich bei der Agentur für Arbeit über Alternativen informiert. Schließlich habe ich ein Einstiegsqualifizierungsjahr in meinem Lehr-Betrieb gemacht und wurde danach für die Lehre übernommen.

Was lernst du in der Ausbildung  und was sind deine wichtigsten Tätigkeiten?
Wir tapezieren und malern – meistens in Neubauten. Wir lackieren Türen oder Fenster, haben aber auch schon eine Fassade gestaltet. Zu den Tätigkeiten gehören zum Beispiel die Strukturierung der Oberfläche, die Farbe und die Absetzung der Fenster. An Techniken lerne ich unter anderem das Lasieren, das Marmorieren oder das Hervorheben einer Holzmaserung.

Gibt es formale Voraussetzungen für deine Ausbildung?
Mein Chef wollte, dass ich erst ein Praktikum absolviere, bevor er mich übernommen hat. Schulisch braucht man für die duale Ausbildung keinen besonderen Abschluss, ein 10. Klasse-Abschluss wäre aber schön.

Was ist das Spannendste an deinem zukünftigen Beruf?
Wir machen oft etwas Neues. Es ist nicht nur das Malern: Wir tapezieren unter anderem auch und machen Trockenbau.

Gibt es ein Ereignis in deiner Ausbildung, das dich glücklich gemacht hat?
Wir haben vor kurzem ein ganzes Haus von oben bis unten gemalert und ich habe den Treppenflur gemacht. Dort sollte über der Treppe ein sehr gerader Streifen gemalert werden und als dieser fertig war, war ich schon stolz auf mich. Es ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört.

Gibt es etwas, das du an deinem zukünftigen Beruf gar nicht magst?
Das Schleifen nach dem Spachteln finde ich unangenehm, weil man hinterher den ganzen Staub in den Haaren und in der Kleidung hat.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von dir aus?
Morgens um 6.30 Uhr komme ich in die Firma und dann folgt die Arbeitsbesprechung. Während wir arbeiten, haben wir um 8.30 Uhr Frühstückspause und um 12 Uhr Mittagspause. Meistens sind wir in leeren Wohnungen unterwegs, streichen aber auch viele Carports. Gegen 16 Uhr habe ich Feierabend.

Was war früher dein Traumberuf?
Als kleines Kind wollte ich Köchin werden. Mittlerweile habe ich mir überlegt, nach der Ausbildung vielleicht noch Modedesign zu studieren.

Wer hat dich bei deiner Berufswahl beeinflusst?
Das waren vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agentur für Arbeit, die mir Vorschläge gemacht haben.

Hast du Vorbilder?
Einer meiner Arbeitskollegen ist sehr aufgeschlossen und zeigt mir auch immer mehr, als er eigentlich müsste.

Siehst du deinen Beruf als Frauen- oder als Männerberuf?
Es ist auf jeden Fall ein Männerberuf – ich bin in der Ausbildung und im Betrieb auch die einzige Frau. Manchmal müssen ganz schön schwere Sachen, etwa 25 kg schwere Säcke, in den 3. Stock getragen werden. Außerdem wird man teilweise auch ziemlich dreckig, was nicht so angenehm ist. Wenn man sich für diesen Beruf entscheidet, sollte man auf jeden Fall körperliche Disziplin, Ausdauer und ein wenig künstlerisches Geschick für den Beruf mitbringen.

Über Marina Schubert

alter Zugang von Marina Schubert, ms@medienlaborpotsdam.de