Landwirtin

Mein Name ist Katja Alexandra Liebenthal und ich bin 28 Jahre alt. Nach dem Abitur erlernte ich den Beruf der Landwirtin und studierte im Anschluss Agrarwissenschaften.

Heute arbeite ich als Abteilungsleiterin der Pflanzenproduktion in der Landwirtschaftlichen Produktions- und Dienstleistungsgenossenschaft Biesen e. G. in Brandenburg. Mein Leitspruch ist: „Begeisterungsfähigkeit ist eine der Hauptursachen für den Erfolg im Leben.“

LandwirtinWie sind Sie auf den Beruf der Landwirtin aufmerksam geworden?
Bei einer Veranstaltung des Berufsinformationszentrums in Berlin erfuhr ich, dass der Beruf des Landwirts tatsächlich ein anerkannter Ausbildungsberuf ist. Als „ignorante Städterin“ dachte ich bis zu diesem Zeitpunkt, dass man als Landwirt „geboren“ wird. Die Landwirtschaft hatte mich schon immer fasziniert und durch die Berufsbeschreibung auf dem Papier wurde mein Interesse für diesen Beruf geweckt.

Was ist das Spannende an Ihrem Beruf?
Das Spannende an meinem Beruf ist die Vielseitigkeit und die sich ständig ändernden und nicht planbaren Rahmenbedingungen. Die Einflüsse der Witterung, die politischen Vorgaben und die aktuelle Marktlage verursachen jedes Jahr neue Herausforderungen.

LandwirtinWas sind Ihre wichtigsten Tätigkeiten?
Als Verantwortliche für den Ackerbau eines großen landwirtschaftlichen Betriebs muss ich mich nicht nur mit dem Anbau der Feldfrüchte auskennen, sondern auch mit der Koordination und Führung von Mitarbeitern, dem Einkauf von Produktionsmitteln und der Vermarktung der Produkte. Dazu kommen Verwaltungsarbeiten wie die Flächenverwaltung, die von der Europäischen Union geforderte Dokumentation im Ackerbau und die Beantragung von Fördermitteln.

Können Sie von einem beruflichen Erlebnis berichten, dass Sie glücklich macht?
Ich liebe es, über die Felder zu streifen und die Pflanzen im Laufe der Vegetation beim Wachstum zu beobachten, sie zu hegen und zu pflegen und sie letztendlich zu ernten. Eine sehr gute Ernte stimmt dann den ganzen Betrieb euphorisch. Glücklich stimmt mich aber auch jede gute Lösung für ein Problem, bei der alle Mitarbeiter an einem Strang gezogen haben.

Gibt es etwas, das Sie an Ihrem Beruf nicht mögen?
Im Großen und Ganzen gibt es eigentlich nichts, was ich nicht an meinem Beruf mag. Ganz selten kommt es vor, dass ich Leute nicht leiden kann, die zum Baden fahren, während ich selber bei 30 Grad 14 Stunden am Tag arbeiten muss.

LandwirtinWelche Empfehlungen würden Sie Ihren Freunden und Freundinnen geben, wenn sie auf der Suche nach ihrem Traumberuf sind?
Bei der Suche nach dem Traumberuf ist es in meinen Augen ganz wichtig, sich umfassend über alle beruflichen Möglichkeiten zu informieren und sich nicht von vornherein einzuschränken, beispielsweise durch den kategorischen Ausschluss einer Lehre. Nicht unerheblich sind in meinen Augen auch diverse Praktika in mehreren Bereichen. Zudem sollte man immer einen Beruf wählen, der einen interessiert und Spaß macht. Und es sollte einem egal sein, was andere Menschen davon halten oder wie viel oder wenig Gehalt versprochen wird.

Was war/ist Ihr Traumberuf?
Ich wollte als Kind diverse Berufe erlernen, je nachdem was ich gerade spannend fand. Ich bin heute sehr froh, dass ich mich für den Beruf der Landwirtin entschieden habe und würde es auch wieder tun.

Was mussten Sie tun, um den Beruf zu erlernen?
Wenn man in der Landwirtschaft eine leitende Position bzw. eine Anstellung mit Verantwortung einnehmen möchte, ist es ratsam, nach einer praktischen Lehre auch zu studieren. Ein Studium der Agrarwissenschaften besteht größtenteils aus naturwissenschaftlichen Fächern wie Chemie, Physik, Biologie, Statistik, Bodenkunde usw. Dazu kommen diverse Fächer der Betriebswirtschaftslehre und Agrarpolitik.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Da meine Freizeit mit unter sehr rar ist, verbringe ich sie hauptsächlich mit dem Pflegen meiner sozialen Kontakte. Wenn ich etwas mehr Zeit habe, lese ich sehr gerne ein gutes Buch.

LandwirtinWie haben Sie sich als Kind Ihre berufliche Zukunft vorgestellt?
Als Kind von zwei Beamten hatte ich mir meine berufliche Zukunft etwas weniger arbeitsintensiv und mit einem etwas geregelteren Tagesablauf vorgestellt. Als Stadtkind dachte ich zudem nicht an eine Zukunft auf dem Land.

Was sagt Ihre Familie zu Ihrem Beruf? Wer hat Sie beeinflusst?
Die Begeisterung meiner Familie für meinen Beruf hält sich sehr in Grenzen. Meine Mutter hofft auch heute noch, dass ich vielleicht doch in die Agrarpolitik wechsele und wieder in die Stadt ziehe. Für Menschen, die mit der Landwirtschaft nicht in Berührung kommen, ist es sehr schwer zu verstehen, dass der Beruf sehr arbeitsintensiv sein kann und man dafür verhältnismäßig wenig Geld verdient. Meine Familie ist jedoch froh, dass ich mit meinem Beruf glücklich bin und hat mir immer signalisiert, dass sie hinter mir steht, egal für welchen Beruf ich mich entscheide.

Wenn Sie einen Werbetext für Ihre berufliche Tätigkeit schreiben würden, was müsste unbedingt darin stehen?
Spannender, vielseitiger, sehr abwechslungsreicher, manchmal auch romantischer Beruf für flexible Natur-, Tier- und Technikbegeisterte mit Durchhaltevermögen und Einfallsreichtum.