Konstruktionsmechanikerin

Mein Name ist Marie Tettschlag und ich bin 17 Jahre alt. Ich erlerne den Beruf der Konstruktionsmechanikerin und bin als Auszubildende im ersten Lehrjahr im Unternehmen Metallbau Glawion GmbH in Eberswalde angestellt. Die Lehrzeit dauert insgesamt dreieinhalb Jahre – wenn man sehr gute Noten hat und das Ausbildungsunternehmen einverstanden ist, kann die Lehrzeit auch auf zwei Jahre reduziert werden.

KonstruktionsmechanikerinIm Metallbau Glawion werden Metalle wie Stahl-, Edelstahl- und Aluminiumbleche be- und verarbeitet. Eingesetzt werden die bearbeiteten Metalle dann z. B. in Kugelkäfigen für Großwälzlager, die in Windrädern, Solaranlagen, Abraumgeräten oder in ähnlich großen drehbaren Teilen von Maschinen eingesetzt werden. Ein weiterer Bereich ist der Einsatz in Werkzeugen und Vorrichtungen entsprechend der individuellen Anforderungen der Auftraggeber. Das ist nur ein Teil der Produktion. Außerdem gibt es den Bereich des dekorativen Stahlbaus z. B. für den Sondermaschinenbau.

Wie sind Sie auf Ihre Berufsausbildung aufmerksam geworden?
Nach meiner Schulzeit habe ich ein neunmonatiges Praktikum in einer Zahnarztpraxis in Eberswalde absolviert, um eventuell die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten zu beginnen. In dieser Zeit stellte ich fest, dass die Kommunikation und Betreuung von Menschen nicht zu meinen Stärken zählt. In meiner Schulzeit habe ich ein Schülerinnenpraktikum in einer Autowerkstatt absolviert. Die handwerklichen Tätigkeiten haben mir gut gefallen. Ich will in meinem Beruf etwas mit meinen Händen schaffen und so habe ich mich – auch über die Empfehlung und Vermittlung der Agentur für Arbeit – für den Beruf der Konstruktionsmechanikerin entschieden und mich bei der Metallbau Glawion GmbH beworben. Frau Glawion hat mich und fünf Jungen in diesem Lehrjahr eingestellt.

KonstruktionsmechanikerinWas ist das Spannende an Ihrem Beruf?
Eigentlich ist alles spannend. Der Umgang mit dem Metall, aber auch der Umgang mit dem Computer an der Lasermaschine. Obwohl ich erst seit September vergangenen Jahres in der Ausbildung bin, darf ich schon die Kugelkäfigstreifen signieren. Das ist eine ganz wichtige Arbeit, denn alle Streifen für ein Kugellager müssen aus einer Charge Metall geschnitten, gestanzt und bearbeitet werden. Und das wird mit dem Signieren der einzelnen Streifen für den weiteren Einsatz sichtbar gemacht. Natürlich kontrolliert unser Lehrausbilder unsere Arbeit und gibt uns Hinweise, wie wir einzelne Arbeitsschritte noch verbessern können.

Was sind Ihre wichtigsten Tätigkeiten?
Das Wichtigste bei unseren Tätigkeiten ist, dass alle Arbeitsgänge mit größter Präzision, also Genauigkeit, durchgeführt werden müssen. Zunächst muss der Grat vom Schneiden entfernt, anschließend eventuell vorhandener Rost abgeschliffen werden. Dann werden die Kugelkäfigstreifen signiert und im Anschluss öldicht für den Versand in extra dafür gefertigte Kisten verpackt.

KonstruktionsmechanikerinWir fertigen die Kugelkäfigstreifen für weltweit agierende Unternehmen und ich finde es schon sehr spannend, dass ich meinen Teil dazu beitragen darf.

Können Sie von einem beruflichen Erlebnis berichten, das sie glücklich gemacht hat?
Ich bin stolz darauf, dass ich hier in Eberswalde bei der Firma Metallbau Glawion GmbH einen Ausbildungsplatz bekommen habe. Und vor allem macht mir die Arbeit hier sehr viel Spaß. Obwohl ich als einziges Mädchen in diesem Lehrjahr von unserem Betrieb ausgebildet werde, unterstützen mich die Jungen wenn ich mal Hilfe brauche. Aber umgekehrt ist es natürlich genauso.

Gibt es etwas, das Sie an Ihrem künftigen Beruf nicht mögen?
Momentan mag ich alle Tätigkeiten.

KonstruktionsmechanikerinWas war Ihr Traumberuf? Wie haben Sie sich als Kind Ihre berufliche Zukunft vorgestellt?
Eigentlich wollte ich Polizistin werden, denn mein Vater ist bei der Polizei und da hatte ich schon als kleines Kind eine Vorstellung von seiner Arbeitswelt vermittelt bekommen. Bei uns zu Hause wurde aber auch immer viel gebaut, so dass meine Geschwister und ich schon früh ein Gefühl für handwerkliche Tätigkeiten entwickelt haben. Mein Bruder ist auch Konstruktionsmechaniker geworden.

Was müssen Sie tun, um den Beruf zu erlernen?
Für die Bewerbung waren gute Noten in den Fächern Mathematik, Physik, W-A-T und Englisch ganz wichtig. Englisch deshalb, weil viele Bauanleitungen und Pläne in englischer Sprache verfasst sind. Im Fach Mathematik sind Kenntnisse im Technischen Zeichnen von großer Bedeutung. Wir müssen nicht nur selbstständig die Zeichnungen lesen und interpretieren können, sondern auch in der Lage sein, technische Zeichnungen anzufertigen. Außerdem müssen wir die Maßeinheiten gut beherrschen und wissen wie viel Millimeter z. B. ein Meter hat, denn alle Maßangaben in den Zeichnungen sind in Millimeter angegeben. Deshalb spielen diese Fächer in der theoretischen Ausbildung neben Deutsch und Sport ein große Rolle. Sportlichkeit ist in unserem Beruf auch notwendig, denn das Arbeiten an großen Maschinen oder z. B. bei der Montage verlangt einen gewissen körperlichen Einsatz. Insgesamt gibt es vier Lernfelder, in denen wir beispielsweise Bauelemente und Baugruppen anfertigen und herstellen oder technische Systeme warten oder Baugruppen montieren und demontieren, Profile umformen und herstellen oder Blechbauteile konstruieren und anschließend herstellen. Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt unserer Ausbildung.

Mehr über die Inhalte der Ausbildung könnt Ihr bei der Agentur für Arbeit oder im Internet auf der Plattform www.berufenet.arbeitsagentur.de erfahren.

KonstruktionsmechanikerinWie verbringen Sie Ihre Freizeit?
In meiner Freizeit tanze ich gerne und bin schon seit einiger Zeit in einer Tanzgruppe in Dannenberg. Wir üben dort Gesellschaftstänze. Zusätzlich bin ich in einer Cheerleadergruppe aktiv. Gerne treffe ich mich auch mit Freundinnen und Freunden und da ich schon meine Motorradprüfung bestanden habe, fahre ich auch gerne Motorrad.

Was sagt Ihre Familie zu Ihrem Berufsziel? Wer hat Sie beeinflusst?
Meine Eltern, Geschwister und Großeltern stehen voll hinter mir und unterstützen mich wo sie nur können. Da wir auf dem Lande wohnen und die öffentlichen Verkehrsverbindungen nicht sehr gut sind, bringt mich meine Mutter z. B. bei den aktuellen sehr niedrigen Temperaturen mit dem Auto nach Eberswalde und holt mich auch wieder ab. Ansonsten fahre ich die 25 km lange Strecke mit dem Motorrad.

Beeinflusst haben mich sicherlich die handwerklichen Tätigkeiten zu Hause und auch mein Bruder, der ja auch diesen Beruf erlernt hat.

Hatten Sie Vorbilder?
Mein Vater ist mein Vorbild. Er hatte Maurer gelernt, war dann in der Wendezeit als Hausmeister beschäftigt und ist jetzt Polizist und das auch sehr gerne.