Köchin

Ich heiße Karin Peschke, bin 17 Jahre alt und im zweiten Lehrjahr. Ich mache meine Ausbildung zur Köchin im Steigenberger Hotel Sanssouci in Potsdam.

ZKT15_Koechin_DSC0130_WEB Wie bist du auf diesen Beruf aufmerksam geworden?
Ich habe seit der 8. Klasse mehrere Praktika gemacht, unter anderem drei Mal als Köchin. Ich liebe die praktische Arbeit, das Essen und die Möglichkeit, dabei kreativ zu sein. Ich habe Praktika in zwei Hotels gemacht und mich für  das Steigenberger Hotel als Ausbildungsort entschieden. Das Praktikum und der persönliche Kontakt dort haben mir bei der Entscheidung sehr geholfen. Das hat sogar die förmliche Bewerbung fast überflüssig gemacht.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um diesen Beruf zu ergreifen?
Ganz wichtig war die Besorgung des Gesundheitspasses kurz vor Ausbildungsbeginn. Schließlich müssen die Hygienevoraussetzungen erfüllt werden. Um eine Ausbildung als Köchin zu machen, ist kein bestimmter Schulabschluss notwendig. Die meisten Azubis  haben einen Hauptschul- oder 10. Klasse-Abschluss.

Welche Inhalte werden in der Ausbildung vermittelt?
Im ersten Ausbildungsjahr lernt man die organisatorischen Abläufe kennen, das fängt bei der Frühstückszubereitung an. Ganz wichtig ist es, sich eine Arbeitsroutine zuzulegen, um die Arbeit strukturieren zu können. Im zweiten Lehrjahr wechselt man in die „Kalte Küche“. Dort dreht es sich vor allem um Buffets und Salate. Im letzten Jahr der Ausbildung kommt man in die „Warme Küche“. Je nach individuellen Fähigkeiten wird man aber schon früher an die verschiedenen Teilbereiche herangeführt.
ZKT15_Koechin_DSC0130_WEBIn der Berufsschule lerne ich vor allem  die Grundlagen im Umgang mit Lebensmitteln, die Verträglichkeit verschiedener Zutaten und deren Zusammensetzung. Besonders wichtig ist die Vorbereitung in Logistik und Planung, was wir auch in der Berufsschule lernen. Zum Beispiel die Planung eines Buffets: Welche Lebensmittel brauche ich? Was muss bestellt werden? Welches und wie viel Personal wird benötigt? Wie muss der Dienstplan gestaltet werden? Dann die Frage nach dem Material in der Küche: Wie viele Töpfe, Pfannen, Besteck etc. müssen vorhanden sein? Wie sieht die Finanzplanung aus? Das sind alles Fragen, die wir berücksichtigen müssen, um die Gäste glücklich zu machen und die Hausleitung zufriedenzustellen.

Was ist das Spannendste an deinem Beruf und was sind die wichtigsten Tätigkeiten?
Am spannendsten sind Momente, in denen ein Gast Sonderwünsche hat. Dann muss schnell von der Routine abgewichen werden. Hier sind kreative und flexible Lösungen gefragt.
Das Wichtigste ist aber das ständige Achten auf Hygiene und Sauberkeit am Arbeitsplatz. Außerdem ist die Leitung und Einteilung des Teams in der Küche einer der wichtigsten Arbeitsschritte.

ZKT15_Koechin_DSC0120_WEBKannst du von einem besonderen beruflichen Erlebnis berichten?
Prinzipiell macht mir an meiner Ausbildung alles Spaß. Ein besonderes Erlebnis war die Teilnahme am Wettbewerb „City-Pokal“, bei dem ich allein einen Karpfen vorbereiten musste. Hier war ich auf mich allein gestellt, von der Vorbereitung bis hin zum fertigen Gericht. Es war gut und das hat mich stolz gemacht.

Gibt es etwas, das du an deinem Beruf nicht magst?
Das tägliche Ritual des „Schrubbens“ am Abend. Das ist jeden Tag das Gleiche und eine monotone Arbeit. Aber ich habe mich mit der Zeit daran gewöhnt und es ist mittlerweile nicht mehr so schlimm.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag in deinem Betrieb aus?
Der beginnt immer gleich: Umziehen, Hände desinfizieren und Arbeitsplatz vorbereiten. Anschließend informiere ich mich im Menü-Buch, welche Buffets und Menüs geplant sind. Das À la Carte muss zusätzlich in den Vorbereitungen bedacht werden. Anschließend schreibe ich mir eine To-Do-Liste, die ich abarbeiten kann. In der Hauptzeit fallen die Aufgaben teilweise gleichzeitig an: Die Buffetbetreuung, das À la Carte und das Achten auf Sauberkeit. Ohne Roten Faden bist du dann in der Küche verloren und man muss definitiv Stress aushalten können.

Was war dein Traumberuf?
Köchin war mein absoluter Traumberuf, ich habe schon mit sieben Jahren mein erstes Schnitzel gebraten. Hätte die Ausbildung zur Köchin nicht geklappt, hätte ich versucht, Eventmanagerin zu werden, da mir das Organisieren und Planen liegt.

Wer hat dich bei deiner Berufswahl beeinflusst?
Für die Berufswahl haben mich maßgeblich meine Praktika beeinflusst, die mich dann auch sehr bei meiner Berufswahl bestärkt haben.

Hast du Vorbilder?
Vorbilder habe ich nicht direkt. Mein jetziger Chef ist natürlich im Lauf der Ausbildung zu einem Vorbild geworden.

Siehst du deinen Beruf eher als Frauen- oder als Männerberuf?
Es ist ein Männerberuf. Ich glaube, viele Frauen halten den Stress und die körperliche Belastung nicht durch. Das liegt meiner Meinung nach an der stark praxisorientierten Ausbildung. Wäre die Ausbildung eher schulisch, wie in Frankreich, würden sich eventuell mehr Frauen für den Beruf interessieren.

Berufe im Video vorgestellt:

Das Video stammt vom BR – Bayerischen Rundfunk/ARD-alpha und wurde uns freundlich zur Verfügung gestellt. Alle Videos des ARD-alpha-Projekts „Ich mach’s!“ findet Ihr hier.

Über Marina Schubert

alter Zugang von Marina Schubert, ms@medienlaborpotsdam.de