Kaufmann im Einzelhandel

Ich bin Christoph Drescher, 23 Jahre alt, mache meine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel und bin jetzt im zweiten Lehrjahr. Ich habe meine Ausbildung ein halbes Jahr verkürzt, weil ich die Ausbildung mit Abitur begonnen habe und mache meinen Abschluss in zwei Monaten. Meine praktische Ausbildung absolviere ich im Kaufland Werder. Ich hätte nicht gedacht, dass Kaufmann passen würde, weil ich eigentlich von einer Sportschule komme. Ich würde aber jedem empfehlen, sich zu informieren und bin froh über meine Entscheidung hier diese Ausbildung zu machen.

IMG_6586-bearbeitet-02-225x150Was lernt man als Auszubildender im Einzelhandel?
Im Kaufland muss ich die Ware auspacken und vor allen Dingen auch präsentieren. Dazu kommt der Umgang mit den Kunden. Es gibt aber auch viel im Büro zu lernen, wie etwa Computerarbeit, Systemarbeit, Warenbestellung und Warenannahme. Ich muss alles vom Ankommen bis zum Abkassieren der Ware beherrschen. Außerdem lerne ich alle Abteilungen kennen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von dir aus?
Um 5 Uhr muss ich aufstehen, damit ich ab 6 Uhr die Kisten vom Obst und Gemüse runter stapeln und auf den Warentisch stellen kann. Wenn ich nicht den ganzen Tag im Obst- und Gemüsebereich bleibe, dann geht es in den Food-Bereich, also zum Essen. Den muss ich sauber halten und dann zum Beispiel Ware wälzen, neue Ware einräumen und das Lager ordentlich halten. Es gibt auch viele kleine Aufgaben, Probleme werden mit dem Vorgesetzten besprochen. Feierabend ist nach acht Stunden, bzw. an zwei Tagen in der Woche nach sieben Stunden, also 15 Uhr bzw. 14 Uhr. Manchmal fängt mein Arbeitstag auch erst um 14 Uhr bzw. 13 Uhr an und dauert bis 22 Uhr.

Was ist das Spannendste an deinem Beruf?
Die Abwechslung macht’s. Dadurch, dass der Markt riesengroß ist, arbeitet man immer wieder in anderen Bereichen. Natürlich gibt es Abteilungen, die einem weniger liegen und andere liegen einem mehr, aber genau das macht es interessant.

Gab es in deiner Ausbildung etwas, das dich glücklich gemacht hat?
Im ersten Lehrjahr habe ich in Lübbenau an dem Azubi-Projekt „Azubis führen einen Markt“ von Kaufland teilgenommen. Dabei werden Azubis aus Berlin und Brandenburg zusammengebracht und führen für vier Wochen gemeinsam selbst einen Markt, der auch wirklich geöffnet ist. Und da konnte ich als einziger im 1. Lehrjahr als Hausleiter arbeiten. Das macht schon stolz.

Was magst du nicht an deinem Beruf?
Wenn die Kunden aus ungewissen Gründen unhöflich sind, kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Man findet auch mal eine angeknabberte Tafel Schokolade in irgendeinem Regal, wo sie nicht hingehört und das wirft mich an manchen Tagen ganz schön zurück.

Ist der Beruf eigentlich körperlich anstrengend?
Es kommt auf die Abteilung an, aber ja. Orangenkisten sind mit 20-30 kg beispielsweise sehr schwer. Es hat auch viel mit Bücken zu tun.

Was war dein Traumberuf?
Früher wollte ich „irgendwas mit Musik“ machen. Ich wollte nicht unbedingt Musiker werden, sondern mehr Veranstaltungs- oder Eventmanager. Das war aber an vielen Stellen überlaufen, deswegen habe ich mich erst mal für die sichere Variante entschieden.

Wer hat dich beeinflusst?
Mein Handball-Verein „HV Grün-Weiß Werder“ hat mich mehr oder weniger darauf gebracht. Mein Ausbilder und ich spielen zusammen und unser Trainer ist auf die gute Idee gekommen, uns beruflich zusammenzubringen.

Hast du ein Vorbild?
Meinen Vater. Er hat sein Leben lang hart gearbeitet und macht es jetzt immer noch im Rentenalter.

Wie siehst du deine berufliche Zukunft?
Meine Zukunft sehe ich im Sport. Ich bin mit Leistungssport aufgewachsen und werde das auch weiter machen. Ich habe allerdings schon wegen einer Übernahme mit Kaufland gesprochen. Ich würde hier gern weiterarbeiten, wenn auch nicht mehr in dem Umfang wie bisher. Wenn ich aktiv keinen Sport mehr machen kann, werde ich hier vermutlich auch noch höhere Positionen erreichen können.

Berufe im Video vorgestellt:

Das Video ist leider nicht mehr verfügbar.
https://www.youtube.com/watch?v=NXooKMIWeaQ

Das Video stammt vom BR – Bayerischen Rundfunk und wurde uns freundlich zur Verfügung gestellt. Alle Videos des BR-Projekts „Ich mach’s!“ findet Ihr hier.

Über Marina Schubert

alter Zugang von Marina Schubert, ms@medienlaborpotsdam.de