IT Systems Engeneerer (Softwaresystemtechnikerin)

Ich heiße Christine Lehmann und bin 22 Jahre alt. Momentan werde ich am Hasso-Plattner-Institut zum IT Systems Engeneerer (Softwaresystemtechnikerin) ausgebildet. Vorher habe ich das Helmholtz-Gymnasium in Potsdam besucht.

IT Systems Engeneerer (Softwaresystemtechnikerin)Wie sind Sie auf den Beruf der Softwaresystemtechnikerin aufmerksam geworden?
In der 11. Klasse gab es einen Informatik-Grundkurs, für den man sich freiwillig entscheiden konnte. Dabei habe ich entdeckt, wie viel Spaß es mir macht, – damals noch kleine, einfache – Programme zu erstellen, wie z. B. die Logik für eine Verwaltungssoftware von Kundendaten. Am Ende dieses Grundkurses sollte jeder im Team ein größeres Software-Projekt mit selbst gewähltem Thema erstellen. Dieses Projekt war letztendlich der Auslöser für meine Entscheidung, mich auch professionell mit der Erstellung komplexer Software in größerem Rahmen zu beschäftigen und Softwaresystemtechnik (IT Systems Engineering) am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam zu studieren.

Was ist das Spannende an Ihrem zukünftigen Beruf?
Der Beruf der Softwaresystemtechnikerin bietet zahlreiche Möglichkeiten, um sowohl Kreativität bei der Entwicklung bzw. beim Design von komplexen Softwaresystemen zu entfalten, als auch logisches Denkvermögen bei kniffligen Problemen einzusetzen. Dadurch, dass gerade in diesem Bereich ständig Veränderungen und Erweiterungen von bestehenden Technologien auftreten, kann es auch nie in Langeweile oder Monotonie ausarten. Zudem diskutiert man diese Probleme nicht alleine, sondern im Team. Die Vorstellung, man säße den ganzen Tag im „stillen Kämmerchen“ und schreibe eine Zeile nach der anderen, trifft also mehr schlecht als recht zu.

Was sind Ihre wichtigsten Tätigkeiten?
Zu meinen wichtigsten bzw. hauptsächlichen Tätigkeiten wird das Designen von Software zählen, das heißt die Auseinandersetzung mit verschiedenen Lösungsstrategien und deren Auswertung sowie Gegenüberstellung. Dazu sind wie beim Bau eines Hauses Skizzen notwendig, die das System, was entstehen soll, so genau wie möglich beschreiben. Im optimalen Fall macht die eigentliche Programmierung nur den letzten und kleinsten Schritt der Entwicklung aus.

IT Systems Engeneerer (Softwaresystemtechnikerin)Gibt es etwas, das Sie an Ihrem Beruf nicht mögen?
Im Allgemeinen gibt es keine Aspekte an der Software- entwicklung, die mich langweilen oder mit denen ich mich ungern beschäftige. Konkret gesehen gibt es natürlich sehr viele Bereiche in der Softwarebranche, in der man nach der Ausbildung anfangen könnte. Je nachdem, welcher Bereich einem am meisten zusagt – bei mir ist es die Computergrafik – folgen immer Kleinigkeiten, die man lieber schneller als andere erledigt haben will. Mir geht es z. B. bei der Programmierung mit „javascript“ so, allerdings ist es unabdingbar für die Webprogrammierung einer interaktiven Karte, auf der z. B. Wege eingezeichnet werden sollen.

Welche Empfehlungen würden Sie Ihren Freunden und Freundinnen geben, wenn sie auf der Suche nach ihrem Traumberuf sind?
Am schwerwiegensten ist der Fakt, dass man seinen Beruf optimalerweise sein ganzes Leben ausübt, also durchschnittlich acht Stunden am Tag und fünf Tage in der Woche. Angesichts dieser Tatsache sollte man genau überlegen, ob man den Willen und das Engagement aufbringen möchte, sich mit dem Gewählten so lange zu beschäftigen. Im Vordergrund sollte meiner Meinung nach also nicht das mögliche Gehalt stehen, sondern einzig und allein die Frage, ob der Job Freude bereitet oder nicht.

IT Systems Engeneerer (Softwaresystemtechnikerin)Was war Ihr Traumberuf?
Anfänglich hatte ich es mir in den Kopf gesetzt, Meeresbiologie zu studieren. Deshalb wählte ich Biologie als Leistungskurs. Dieser Gedanke hielt jahrelang an und die Vorstellung, etwas anderes zu machen, kam mir nicht in den Sinn. Das Programmieren zählte lediglich zu meinen Hobbys. Der Wandel vollzog sich nach und nach, als sich mein Interesse mehr den „Computern“ zuwendete.

Was mussten Sie tun, um den Beruf zu erlernen?
Für meinen zukünftigen Beruf sind die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch ausschlaggebend. So ist nicht nur der Gesamtnotendurchschnitt wichtig, sondern auch der der genannten Fächer. Meine Aufnahme am Hasso-Plattner-Institut war davon und von der Anzahl der weiteren Bewerber abhängig.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
In meiner Freizeit widme ich mich vornehmlich der Musik, das heißt Stimme, Gitarre, Klavier und Akkordeon. Natürlich habe ich auch meine eigenen „kleinen“ Softwareprojekte.

Was sagt Ihre Familie zu Ihrem Beruf? Wer hat Sie beeinflusst?
Meine Mutter findet meine Entscheidung gut. Zum einen ist zumindest die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, in dieser Branche Arbeit zu finden. Zum anderen weiß sie, dass ich es gerne mache. Beeinflusst hat mich eigentlich niemand. Meine Entscheidung, was ich einmal sein werde, habe ich für mich getroffen.