Hörgeräteakustikerin

Mein Name ist Luise Kreuschmer und ich bin 27 Jahre alt. Vor 3 Jahren habe ich meine Ausbildung zur Hörgeräteakustikerin in einem Hörgerätefachgeschäft in Brandenburg abgeschlossen und anschließend meinen Meister gemacht. Seitdem arbeite ich in meinem Ausbildungsbetrieb.

Wie bist Du auf den Beruf gekommen? Wo hast Du Dich informiert?

Meine Tante ist Hörgeräteakustikerin und hat mir von Ihrer Arbeit erzählt. Es war interessant und hat meine Neugier geweckt. Deshalb habe ich ein Schulpraktikum in einem Hörgerätegeschäft gemacht , um den Beruf näher kennen zu lernen.

Ich habe Einblicke in verschiedene Aufgabenbereiche bekommen und viele Informationen durch Befragungen der anderen Hörgeräteakustiker und Auszubildenden gesammelt. Nach dem Praktikum habe ich mich dann für den Beruf des Hörgeräteakustikers entschieden.

Worauf wurde bei der Bewerbung geachtet?

Es wird natürlich grundsätzlich auf die Schulnoten, vor allem in Mathe, Physik, Deutsch und Biologie geachtet. Gern gesehen sind auch  Hobbys, die eine Teamfähigkeit voraussetzen, um sich gut in einem Arbeitsteam zu integrieren.

 Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei Dir aus?

Es stehen  jeden Tag Serviceleistungen für die  Kunden an.  Dazu gehört beispielsweise  das Reinigen von Hörsystemen, das Wechseln von Schallschläuchen an Ohrstücken, sowie kleine Reparaturen an Hörgeräten. Ich habe aber auch jeden Tag feste Termine für  Kunden, die mit Hörsystemen versorgt werden. Mit den Kunden wird ein  umfassender Hörtest durchgeführt und im Anschluss folgt dann die Hörgeräteberatung.   Außerdem gehört es zu meinen täglichen Aufgaben, Hörsysteme auf die Hörkurve beziehungsweise auf die Bedürfnisse des Kunden einzustellen.

Gibt es bestimmte Aufgabenbereiche, die Dir besonders viel Freude bereiten?

Ja, das ist die Hörgeräteanpassung, da diese immer sehr abwechslungsreich ist. Die verschiedensten Hörsysteme auf den jeweiligen Kunden einzustellen ist immer wieder eine Herausforderung, da jeder Mensch seine Hörumgebung anders wahrnimmt. Ich bin immer wieder überrascht, wie unterschiedlich die Kunden auf das gleiche Hörgerät reagieren- dem einen ist es sehr angenehm, dem anderen ist es aber wieder zu schrill. Es macht mir Freude, wenn der Kunde angibt, dass er eine deutliche Hörverbesserung hat und wieder Geräusche hört, wie zum Beispiel das Vogelzwitschern.

Welche Kompetenzen und Neigungen sollte man idealerweise für eine Ausbildung im Bereich Hörgeräteakustik mitbringen ?

Man teilt sich oft verschiedene Aufgabenbereich mit mehreren Kollegen, sodass gerne in einem Team gearbeitet werden sollte. Im täglichen Umgang mit den Kunden, sollte man auf sie zugehen können, keine Berührungsängste haben und Geduld für ältere Menschen aufbringen. Des Weiteren sollte ein gewisses handwerkliches Geschick vorhanden sein.

Welche Kenntnisse und Fertigkeiten hast Du Dir in Deiner Ausbildung angeeignet?

Mein Beruf erfordert in vielen Bereichen Fachkenntnisse. Das fängt bei der Anatomie und Funktionsweise des Ohres und des Gehörs an, geht bei der Physik- wie breitet sich Schall aus- und der Hörgerätetechnik weiter.  Wie ist ein Hörgerät aufgebaut, wie funktioniert die Technik, wie passe ich sie an- all das habe ich mir in der Ausbildung angeeignet. Ich habe auch gelernt wie man lötet, Hörgeräte auseinanderbaut, oder technisch überprüft. Ich nehme täglich Abformungen vom Ohr, um daraus Ohrstücke zu fräsen. Dabei ist Fingerfertigkeit und Geschicklichkeit gefragt.

Welche Möglichkeiten siehst Du, Dich in Deinem Berufsfeld zukünftig weiter zu entwickeln?

Ja, das habe ich auch bereits. Ich habe die Ausbildung zur Gesellin gemacht. Danach habe ich in unserem Unternehmen die Weiterbildung zur Hörgeräteakustikmeisterin  gemacht. Das ermöglicht mir mehr Verantwortung zu übernehmen, eine Filiale zu führen und auch junge Menschen auszubilden. Ich habe aber auch immer noch die Möglichkeit die Ausbildung zum Pädakustiker zu absolvieren. Das ist eine zusätzliche Ausbildung, mit der ich dann Kinder mit Hörsystemen versorgen könnte.