Grundschullehrer

Mein Name ist Andreas Röblitz und ich bin 30 Jahre alt. Ich werde Grundschullehrer und arbeite zurzeit als Referendar an einer Grundschule in Hohen Neuendorf bei Berlin.

GrundschullehrerWie sind Sie auf Ihren zukünftigen Beruf aufmerksam geworden?
Ich wollte schon immer gerne mit Kindern arbeiten und da standen für mich der Beruf des Kindergärtners oder des Lehrers zur Wahl. Da mein eigener beruflicher Werdegang sehr stark durch den Leistungssport geprägt wurde und mir auch eine „gewisse” Sicherheit und eine entsprechende Bezahlung in meinem späteren Leben wichtig ist, fiel die Berufswahl auf das Lehramt für Grundschüler. Ich fühlte mich dazu berufen, Kinder auf ihrem Weg zu begleiten und Wissen zu vermitteln.

Das ich einmal Sport unterrichten möchte war im Prinzip auch klar. Basketball war schon immer meine Leidenschaft. Hinzu kamen dann während des Studiums und nach reiflicher Überlegung die Fächer W-A-T – Wirtschaft, Arbeit und Technik und das Fach Mathematik. Um Sport als Lehramt zu studieren bzw. später zu unterrichten wurden wir schon während einer Aufnahmeprüfung auf Herz und Nieren getestet.

Was ist das Spannende an Ihrem Beruf?
Jeder Tag ist anders. Ich muss mich ständig aufs Neue auf die Schülerinnen und Schüler – meistens 28 bis 30 – einstellen und erleben wie sie auf meine Vorbereitungen und Ideen reagieren. Das Faszinierende ist, die Kinder für einzelne Fächer zu begeistern, z. B. beim W-A-T-Unterricht für handwerkliche Fertigkeiten und technisches Verständnis. Ein wunderbares Gefühl ist es auch, dass man mit seinem dazutun die Kinder auf ihre eigene berufliche Zukunft vorbereitet und wenn man sieht, wie der Funke überspringt und Lernen einfach Spaß macht.

Was sind Ihre wichtigsten Tätigkeiten?
Entsprechend eines Rahmenlehrplanes habe ich die Möglichkeit meine Ideen vom Unterricht zu entwickeln. Ich kann Neues ausprobieren und bekomme von den Schülerinnen und Schülern sofort ein Feedback, ob das, was ich anstrebe auch ankommt oder nicht. Das wunderbare ist auch, dass die Schule, an der ich jetzt das Referendariat absolviere, technisch hervorragend ausgestattet ist. Da macht Lernen und Unterrichten doppelt Spaß. Die Kinder werden neben Handwerklichem bereits früh mit aktuellen Präsentationstechniken vertraut gemacht. Deshalb gehört die Vorbereitung auf den Unterricht zu den wichtigsten Tätigkeiten, ebenso wie die Nachbereitung.

Grundschullehrer

Können Sie von einem beruflichen Erlebnis berichten, das sie glücklich gemacht hat?
Um den Kindern im Mathematikunterricht den Umgang mit Zahlen als eine Selbstverständlichkeit zu lehren, habe ich mir eine Matherallye ausgedacht. Zu sehen wie die Schülerinnen und Schüler begeistert und spielerisch mit Zahlen und Rechenarten umgehen und um den Sieg kämpfen, das macht einfach Spaß und motiviert auch mich immer wieder, neue kreative Ideen zu entwickeln.

Gibt es etwas, das Sie an Ihrem künftigen Beruf nicht mögen?
Nein, ich finde, der Beruf des Lehrers ist einer der spannendsten überhaupt. Mit viel Kreativität und Engagement kann ich junge Menschen motivieren und das täglich. Wünschen würde ich mir allerdings, dass das Thema Psychologie noch etwas mehr Raum während des Studiums einnimmt. Gut finde ich, dass ich Seminarleiter, Mentorinnen und Mentoren habe, die mit mir Fragen zum Verhalten in Gruppen und meine Wirkung auf diese auswerten, die mir aber auch z. B. Unterstützung bei der didaktischen Wahl der Lehrmittel und zur Gestaltung der Unterrichtsstunden geben.

Ich kenne ja den Schulalltag auch noch nicht in all seinen Facetten. Kolleginnen und Kollegen empfinden es schon als starke Belastung, dass alles was wir tun auch dokumentiert werden muss. Das nimmt viele Stunden am Tag in Anspruch, die dann auch bei der Arbeit am Kind fehlen können.

Was war ihr Traumberuf? Wie haben Sie sich als Kind Ihre berufliche Zukunft vorgestellt?
Mein Traum war es, mit Leistungssport sein Geld zu verdienen. Aber das ist natürlich ein sehr hartes und unsicheres Geschäft. Irgendwann erkennt man, dass man für sich selbst verantwortlich ist und obwohl ich mir als Kind und Jugendlicher nicht vorstellen konnte, als Lehrer zu arbeiten, habe ich meine Berufung dazu entdeckt.

Was mussten Sie tun, um den Beruf zu erlernen?
Voraussetzung für das Studium zum Lehramt ist die allgemeine Hochschulreife bzw. der Abiturabschluss. Da die Universität Potsdam die einzige Hochschule im Land Brandenburg ist, an der ein Lehramtsstudium möglich ist, habe ich mich dort beworben, um Lehramt für die Sekundarstufe 1 mit dem Schwerpunkt der Primarstufe zu studieren. Das Studium ist sehr praxisorientiert, d. h. in den ersten Semestern gibt es Einführungspraktika an Grundschulen im Land gefolgt von vielen weiteren Praktika in den Folgesemestern. Für das Lehramtsstudium wurden auch Bachelor und Masterstudiengänge eingerichtet. Eignungsprüfungen muss man bei der Wahl bestimmter Fächer auch absolvieren, z. B. wurde ich im Fach Sport getestet.

GrundschullehrerWie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Das Studium lässt mir nicht sehr viel freie Zeit. Aber ich treibe natürlich viel Sport und engagiere mich als Trainer weil es mir Spaß macht und weil ich natürlich immer fit bleiben will. Ich genieße aber auch mein privates Umfeld, gehe gerne ins Kino und entspanne bei Musik und Kunst.

Was sagt Ihre Familie zu Ihrem Berufsziel? Wer hat Sie beeinflusst?
Meine Familie hat mich in meinen Berufswünschen stark unterstützt. Als Mann ist es schon etwas Besonderes, wenn man Grundschullehrer werden will. In unserer Seminargruppe gibt es von 25 Studierenden fünf junge Männer. Für meine Eltern war es wichtig, dass ich einen Beruf wähle, in dem ich ein sicheres Auskommen haben werde und in dem ich auch glücklich bin.

Hatten Sie Vorbilder?
Nein, nicht direkt. Es gibt natürlich Menschen, die mir begegnet sind, die immer ein offenes Ohr für mich und meine Belange hatten. Das zeichnet meiner Meinung nach auch einen guten Lehrer aus, Kindern zuhören, sie verstehen und annehmen wie sie sind. Deshalb ist der Lehrberuf auch nicht nur ein Job, sondern wirklich eine Berufung.