Gesundheits- und Krankenpfleger

Mein Name ist Tim Schubert und ich bin 21 Jahre alt. Ich mache zurzeit eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger, die sowohl aus theoretischen Lehrveranstaltungen an der Akademie der Gesundheit in Eberswalde als auch aus einer praktischen Ausbildung besteht.

Gesundheits- und KrankenpflegerWie sind Sie auf Ihren Beruf aufmerksam geworden?
Da mir der persönliche Kontakt zum Menschen sehr wichtig ist, stand von Anfang an für mich fest: Mein beruflicher Alltag soll sich später beispielsweise nicht in einem Büro abspielen, sondern ich möchte im sozialen Bereich tätig werden. Aus diesem Grund wählte ich meine Schülerpraktika sehr sorgfältig aus und besuchte insgesamt fünf unterschiedliche Krankenhäuser. So lernte ich die Aufgabenfelder eines Gesundheits- und Krankenpflegers schon im Vorfeld ein wenig kennen und wusste, dass dieser Beruf genau das Richtige für mich ist.

Gesundheits- und KrankenpflegerWas ist das Spannende in Ihrem zukünftigen Beruf?
Das Schöne an meinem Beruf ist, dass jeder Tag anders ist. Ich habe immer wieder mit neuen Patienten und Krankheitsbildern zu tun oder lerne andere Kulturen kennen. Was ich außerdem sehr schätze, ist das Fachwissen über den menschlichen Körper oder den richtigen Einsatz von Medikamenten, über das ich dank meiner Ausbildung verfüge.

Was sind Ihre wichtigsten Tätigkeiten?
Meine zwei wichtigsten Aufgaben sind die Patientenbetreuung und die Pflege. Im Grunde ist man als Gesundheits- und Krankenpfleger der Ansprechpartner für die Patienten. Das heißt, man ist ein „Übersetzer“ zwischen Arzt und Patient und versucht beispielsweise Fachbegriffe zu erklären, um den Patienten Mut zu machen oder ihnen die Angst zu nehmen.

Gesundheits- und KrankenpflegerKönnen Sie von einem beruflichen Erlebnis berichten, das Sie glücklich macht?
Ich bin jedes Mal aufs Neue stolz und glücklich, wenn bei Patienten Fortschritte zu erkennen sind. Damit meine ich, dass gerade bei bettlägerigen alten Menschen, die richtige Lagerung eine große Rolle spielt und manche Patienten schon bei ihrem Eintreffen offene Druckgeschwüre haben. Wenn diese Wunden durch meine Behandlung kleiner werden und sogar vollständig verheilen, dann macht mich das natürlich sehr glücklich und zufrieden.

Gibt es etwas, das Sie an Ihrem zukünftigen Beruf nicht mögen?
Das ist ja das Schöne: Ich mag alles an meinem Beruf. Das Einzige, was manchmal schwierig sein kann, ist das Pflege-Ärzteverhältnis. Im Zuge meiner Ausbildung habe ich schon auf mehreren unterschiedlichen Stationen gearbeitet und bei einigen davon fehlt hin und wieder die Kommunikation zwischen den Ärzten und dem Pflegepersonal. Aber wie bereits erwähnt, das ist nur bei manchen Stationen der Fall gewesen, bei anderen war das wiederum kein Problem, so dass ich mir darüber keine Sorgen mache.

Gesundheits- und KrankenpflegerWas war Ihr Traumberuf? Wie haben Sie sich als Kind Ihre berufliche Zukunft vorgestellt?
Ich wollte immer Rettungsassistent werden, was durch meine momentane Ausbildung ja immer noch möglich wäre. Ich müsste lediglich eine Zusatzausbildung machen. Aber um ehrlich zu sein, möchte ich das momentan gar nicht, denn beim Beruf des Rettungsassistenten kann man keinen wirklichen „Kontakt“ zum Menschen aufbauen und außerdem ist man unter Umständen mit sehr viel Elend konfrontiert.

Was mussten Sie tun, um den Beruf zu erlernen?
Ich musste mich bei der Akademie der Gesundheit in Eberswalde bewerben, mich einem körperlichen Eignungstest unterziehen und einen Wissenstest absolvieren. Für die letztendliche Zusage waren in meinem Fall sicher die vielen Praktika und nicht mein Notendurchschnitt ausschlaggebend. Ich bin also ein gutes Beispiel dafür, dass man seinen Traumberuf auch dann bekommt, wenn man keinen 1,0-Notendurchschnitt im Abiturzeugnis vorweisen kann.

Gesundheits- und KrankenpflegerWie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Je nach dem in welcher Schicht ich am Wochenende eingeteilt bin, unternehme ich natürlich sehr viel mit meinen Freunden. Außerdem liebe ich es nach Norwegen zu reisen, um zu angeln. Das ist zwar leider nur ein Mal im Jahr möglich, da es sich dabei doch um ein relativ kostspieliges Hobby handelt, aber wenn es dann soweit ist, ist die Freude umso größer.

Was sagt Ihre Familie zu Ihrem Berufsziel? Wer hat Sie beeinflusst?
Meine Mutter ist Lehrerin und hat mich von Anfang an bei meinem Vorhaben unterstützt. Mein Vater war hingegen nicht so begeistert, weil er den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers mit dem einer Krankenschwester assoziierte. Aber als ich ihm zeigte, was ich alles in der Akademie über den menschlichen Körper oder über Krankheitsbilder lerne, war er richtig begeistert und unterstützt mich seitdem, wo er nur kann.

Hatten Sie Vorbilder?
Nein, ich hatte keine Vorbilder.