Erzieher

Mein Name ist Dennis und ich bin 25 Jahre alt. Ich bin seit einem halben Jahr als Erzieher im Hort „Bornstedter Feld“ in Potsdam tätig.

Wie sind Sie auf Ihre Berufsausbildung aufmerksam geworden?
Von der 11. bis 13. Klasse hatte ich Psychologie-Unterricht, in dem wir auch Entwicklungsprozesse von Kindern betrachteten. Das fand ich besonders interessant und kam deshalb auf die Idee, später mit Kindern zu arbeiten. Nach dem Abitur habe ich ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in einem Waldkindergarten absolviert. Das Jahr war für mich der entscheidende Faktor in meiner Entscheidung, Erzieher zu werden.

ErzieherWas mussten Sie tun, um den Beruf zu erlernen?
Ich habe mich damals an der AWO-Akademie in Potsdam für eine Ausbildung als Erzieher beworben. Mein Abitur war dafür Voraussetzung. Zudem musste ich vorher ein Praktikum im Umfang von 200 Stunden absolvieren.

Was ist das Spannende in Ihrem Beruf und was sind die wichtigsten Tätigkeiten?
Das Spannende für mich ist die Vielfältigkeit. Es ist ja nicht so, dass wir die Kinder nur unterhalten, sondern wir haben den ganz klaren Auftrag, Kinder zu bilden, zu begleiten und zu erziehen. Wir bieten den Kindern jeden Tag unterschiedliche Dinge an und können dabei auch unsere eigenen Interessen einfließen lassen. So haben wir zum Beispiel Angebote in Medien, Musik oder Bewegung.

Eine häufige Tätigkeit ist natürlich auch das Dokumentieren von Bildungsprozessen, welches uns vor allem in den Gesprächen mit den Eltern sehr hilft. Auch die Hausaufgabenbetreuung nach der Schule gehört dazu.

Können Sie von einem beruflichen Erlebnis berichten, das Sie glücklich macht?
Eine ganz tolle Sache, die ich hier im Hort erlebt habe, war, dass Kinder einer 3. Klasse mir drei Lieder geschrieben haben, inklusive selbstgeschriebener Texte und musikalischer Begleitung. Dabei meinten sie nur „Herr S., das haben wir getan, weil wir dich besonders mögen.“ Die Kinder geben einem so viel. Das ist toll.

Gibt es etwas, das Sie an Ihrem Beruf nicht mögen?
Nicht mögen, würde ich nicht sagen. Aber es gibt viele verschiedene Ansichten in Bezug auf die „richtige“ Erziehung. Bei den Gesprächen mit den Eltern ergeben sich dadurch auch Reibungspunkte, bei denen man kompromissbereit sein muss. Ich sehe solche Gespräche immer als Möglichkeit, meine Erziehungsmethoden noch zu erweitern.

Was war Ihr Traumberuf? Wie haben Sie sich als Kind Ihre berufliche Zukunft vorgestellt?
Ich muss zugeben, dass ich gar nicht mehr weiß, was ich damals als Kind werden wollte. Der Beruf des Erziehers macht mir sehr viel Spaß. Da ich aber noch nicht auf eine lange Erfahrung zurückgreifen kann, bin ich gespannt, was mich noch erwartet. Im Moment kann ich aber auf jeden Fall sagen, dass ich voll zufrieden bin mit meinem Beruf.

Wer hat Sie bei Ihrer Berufswahl beeinflusst?
Während meines Freiwilligen Ökologischen Jahres habe ich das erste Mal mit Erzieherinnen und Erziehern zu tun gehabt, die mir gezeigt haben, was im Beruf des Erziehers alles möglich ist. Ich denke, das hat mich damals maßgeblich beeinflusst.

Hatten Sie Vorbilder?
Nein. Ich gebe zu, dass ich mir von anderen Erziehern bestimmte Kniffe abgucke, aber als Vorbild würde ich das nicht bezeichnen.

Würden Sie den Beruf Erzieher für junge Männer weiterempfehlen?
Ja. Für Männer ist Erzieher definitiv ein Beruf mit Perspektive. Ich habe insgesamt drei männliche Kollegen und bald kommt ein vierter dazu. Wer Spaß daran hat, mit Kindern zu arbeiten, welcher Altersgruppe auch immer, dem wird der Beruf sehr gefallen.