Biophysikerin

Mein Name ist Katja W., bin 34 Jahre alt und arbeite als Biophysikerin bei der MedInnovation GmbH in Wildau.

BiophysikerinDoch bevor ich Biophysikerin wurde, habe ich direkt nach dem Abitur den Beruf der Arzthelferin erlernt, noch in dem Bewusstsein, eventuell einmal Medizin zu studieren. In diesem Beruf hatte ich ja einen besonders guten Einblick in die Welt eines Mediziners und es war für mich klar, dass ich diesen Beruf nicht ausüben möchte. Allerdings wollte ich auch nicht Arzthelferin bleiben, das wusste ich schon bevor ich diesen Beruf erlernt habe.

Eigentlich wollte ich dann Bio-Chemie an der Humboldt Universität studieren, leider wurde dieser Studiengang gerade geschlossen. Der Studienberater der Humboldt Universität hat mir das Studium der Biophysik empfohlen, welches meinen Interessen noch mehr entsprach. Denn das Wissen um die Zusammenhänge der Welt und die Prozesse, die im menschlichen Körper ablaufen, ist für mich Antrieb zum Forschen. Die Naturwissenschaften waren für mich in der Schule schon die spannendsten Fächer.

Nach dem Studium habe ich mit meiner Promotion an der Charité, dem Universitätsklinikum der Humboldt Universität, begonnen und werde demnächst meine Ergebnisse verteidigen. Bei der MedInnovation GmbH bin ich seit einem Vierteljahr beschäftigt. Die MedInnovation GmbH bietet einen Test zur Krebserkennung an. Nicht nur die Auswertung der Testreihen, sondern auch die Weiterentwicklung macht den Beruf der Wissenschaftlerin so spannend.

Was ist das Spannende an Ihrem Beruf?
In dem Beruf der Wissenschaftlerin oder Forscherin gibt es keine Monotonie. Täglich stellen sich uns neue Herausforderungen und diese zu bewältigen, ist einfach spannend.

BiophysikerinWas sind Ihre wichtigsten Tätigkeiten?
Die MedInnovation GmbH arbeitet auf dem Gebiet der Krebsdiagnostik. Wir bieten einen Test zur Krebserkennung an und führen alle Tätigkeiten von der Blutabnahme über die Probenvorbereitung bis hin zur Vermessung und Auswertung durch. Wir werten die Ergebnisreihen aus, die wir in Zusammenarbeit mit Ärzten und Kliniken erarbeiten. Die ständige Weiterentwicklung der Tests ist notwendig, damit der Krebs sicherer, schneller und einfacher nachweisbar ist.

Gibt es etwas, das Sie an Ihrem Beruf nicht mögen?
Da mein Beruf sehr spannend ist, fällt es manchmal schwer, den Computer auszuschalten und zu entspannen…

BiophysikerinWelche Empfehlungen würden Sie Ihren Freundinnen und Freunden geben, wenn sie auf der Suche nach ihrem Traumberuf sind?
Vielen jungen Frauen ging es sicherlich so wie mir, nämlich dass von vielen Berufen und ihren Tätigkeitsmerkmalen nur über einen Besuch im BIZ informiert zu sein und keine genauen Vorstellungen vom beruflichen Alltag zu haben. Daher kann ich nur empfehlen, möglichst viele Praktika oder Ferienjobs in unterschiedlichen Berufsfeldern noch während der Schulzeit zu absolvieren und keine Chance ungenutzt zu lassen, um mal ein Unternehmen von innen zu sehen. Also kurz gesagt: keine Berufe oder Branchen ausschließen. Des Weiteren sollte sich jeder selbst analysieren: Wie und wo will ich arbeiten, welche Stärken und Schwächen habe ich? Auch die zukünftigen Lebensbedingungen spielen eine Rolle: Sind Beruf und Familie vereinbar bzw. wie gelingt es mir Familie, Hobbys und Beruf unter einen Hut zu bringen? Antworten findet Ihr bei Euch selbst oder in Gesprächen mit Euren Freundinnen und Freunden bzw. Eltern. Ermutigt doch Eure Lehrkräfte, Euch dementsprechend zu bewerten und schaut dann selbst, ob die Bewertung Eurem Bild von Euch selbst entspricht.

Was mussten/müssen Sie tun, um den Beruf zu erlernen?
Ich musste lernen, meine Interessen durchzusetzen. Nach dem Abitur ein Studium zu absolvieren und das in einem Bereich, in dem wir Frauen doch noch zur Minderheit zählen. Zu Beginn meines Studiums waren wir 30 Studierende, davon fünf Frauen. Am Ende des Studiums waren wir 18, davon fünf Frauen…

BiophysikerinWie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Meine Freizeit gehört meiner Familie, dort vor allem meinem achtjährigen Sohn und meinen Freunden.

Was sagt Ihre Familie zu Ihrem Beruf? Wer hat Sie beeinflusst?
Meine Familie hat mich immer unterstützt, ohne mich beeinflussen zu wollen.